Südafrika
Nationaler Aids-Plan verspricht zuverlässige Behandlung für 500.000 Betroffene
"Nicht nur für die Menschen in Südafrika sind das großartige Nachrichten, dies ist ein bedeutender Schritt im weltweiten Kampf gegen HIV/Aids", sagte Eric Goemaere, Landeskoordinator von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Südafrika. "Die südafrikanische Regierung trägt jetzt eine große Verantwortung: Sie muss den weltweit umfangreichsten Plan zur Behandlung mit lebensverlängernden Medikamenten umsetzen."
Das südafrikanische Regierungskabinett hat bestätigt, dass der Behandlungsplan nur erfolgreich implementiert werden kann, wenn gleichzeitig große Anstrengungen zur Verbesserung des Gesundheitssystems unternommen werden. Die Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen für die Arzneimittelvergabe ist von grundlegender Bedeutung für den Zugang zu der lebenserhaltenden Behandlung. Nur so können auch die ärmsten Bevölkerungsschichten und Menschen, die in weit abgelegenen Gebieten leben, erreicht werden.
ÄRZTE OHNE GRENZEN ist überzeugt, dass zudem in der ersten Phase die Zusammenarbeit aller am Kampf gegen Aids beteiligten Akteure unerlässlich ist. Vor allem die von HIV/Aids Betroffenen sollten eine entscheidende Rolle spielen. Die südafrikanische Aids-Aktivistengruppe TREATMEN ACTION CAMPAIGN (TAC) hat bereits bekannt gegeben, dass sie die Community-Arbeit dafür mobilisieren werde, um die Inhalte des Aids-Behandlungsplans für die Bevölkerung verständlich zu machen.
Nach Ansicht von ÄRZTE OHNE GRENZEN kann der Plan, wenn er sorgfältig umgesetzt wird, anderen Ländern mit hohen HIV/Aids-Raten als Beispiel dienen. Auch die Projekte von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Khayelitsha sind wegweisend bei der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten. Sie wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Modell für eine solche Therapie in öffentlichen Gesundheitszentren anerkannt. Gegenwärtig erhalten in Khayelitsha 650 Menschen anitretrovirale Medikamente. Das Programm ist damit das größte seiner Art in Südafrika.
ÄRZTE OHNE GRENZEN ist auch bereit, die Implementierung des Aids-Plans in Südafrika zu unterstützen. "So lange wir aber den detaillierten Plan noch nicht einsehen können, bleiben einige Punkte für uns noch kritisch - zum Beispiel konkrete Zeitvorgaben oder die Frage nach der Beteiligung der Betroffenen", sagte Eric Goemaere. In Südafrika bräuchten 500.000 Menschen eine lebensverlängernde Therapie, zurzeit sterben dort noch 600 Menschen täglich an Aids.
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