Welt-Aids-Tag
Vereinfachung der Aids-Behandlung scheitert an Pharma-Konzernen
"Wenn die Aids-Therapie nicht geändert wird, werden Millionen Menschen, die heute eine Behandlung brauchen, sterben", erklärte Tobias Luppe, der für die Medikamentenkampagne bei ÄRZTE OHNE GRENZEN zuständig ist. "Anpassung bedeutet weniger Tabletten, weniger Laboruntersuchungen und kostenlose Behandlung dort, wo die Menschen leben, also in den Gemeinden."
Der Einsatz von so genannten Kombinationspräparaten, die alle notwendigen Medikamente der sonst üblichen Dreifachtherapie in einer Tablette vereinen, spielt für die Vereinfachung der Aids-Behandlung eine zentrale Rolle. In Malawi behandelt ÄRZTE OHNE GRENZEN mehr als 2.000 Patienten mit einer solchen Tablette, die zweimal täglich eingenommen wird. Der Einsatz dieser Kombinationspräparate, die Schulung und die verstärkte Übertragung der Verantwortung auf Krankenschwestern und Pfleger hat es ÄRZTE OHNE GRENZEN zufolge ermöglicht, erheblich mehr Patienten zu behandeln.
Der Einsatz dieser Kombinationspräparate wird bislang jedoch durch das Verhalten einiger Pharmaunternehmen erschwert. Die existierenden Präparate stammen fast ausschließlich aus der Produktion von Generikaherstellern. Sie dürfen daher aus patentrechtlichen Gründen in vielen Ländern nicht eingesetzt werden.
Das deutsche Unternehmen Boehringer-Ingelheim hält beispielsweise weiterhin an seinem Patentmonopol auf den Wirkstoff Nevirapin (Viramune(R)) fest. Nevirapin ist ein Bestandteil der beiden wichtigsten Kombinationspräparate. "Durch die Freigabe des Patentmonopols hätte Boehringer-Ingelheim die historische Chance, Millionen von Menschen eine Aidsbehandlung zu ermöglichen", sagte Tobias Luppe.
ÄRZTE OHNE GRENZEN behandelt zurzeit mehr als 9.000 Patienten in 19 Ländern mit der Dreifachtherapie. Die Therapie wird begleitet von Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen, Aidstests und psychosoziale Betreuung, der Behandlung von Begleiterkrankungen sowie Ernährungsprogrammen.
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Am 26. Nov. 2003 unter:
gesundheitStichworte:
« Entwicklunghilfe bleibt deutlich unter Zusagen
Erste gentechnikfreie Zone Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern »

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