Werbepraktiken

Klage gegen US-Spirituosenhersteller

Die US-Spirituosenhersteller sehen sich mit einer Sammelklage wegen ihrer Werbepraktiken konfrontiert. Wie das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe berichtet, zielt die beim Obersten Gericht des District of Columbia eingebrachte Klage speziell auf die Alkoholwerbung für Jugendliche ab. Dadurch hätten die Unternehmen ungesetzliche Profite eingestrichen. Der Kläger, ein Washingtoner Facharzt, betont in der Klagsschrift, nicht allgemein gegen die Spirituosenindustrie oder ihre Werbepraktiken vorgehen zu wollen.

Das Verfahren richte sich vielmehr gegen die "absichtliche, rücksichtslose und ungesetzliche Werbung bei minderjährigen Konsumenten." Als Beispiel werde unter anderem eine Kampagne des Spirituosenproduzenten Diageo angeführt, in der Captain Morgan für den Rum des Unternehmens wirbt. Bacardi werde vorgeworfen, in Magazinen wie Stuff, FHM und Spin zu werben, die ein vornehmlich junges Leserpublikum hätten.

Alkoholwerbung gilt in den USA vor allem beim jungen Publikum als sehr effizient. Wie eine Untersuchung des Center on Alcohol Marketing and Youth (CAMY) ergeben hat, kommt ein Viertel der Werbung für alkoholische Getränke bei Jugendlichen besser an als bei Erwachsenen. Generell sähen Jugendliche in den USA mehr Werbung für alkoholische Getränke im Fernsehen als für Produkte, die für sie als Zielgruppe bestimmt seien.

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