Nationaler Radverkehrsplan 2002-2012
Kampagne leidet an Imagemangel - Größte Fahrrad-Sternfahrt 2004 soll helfen
Viele Teilnehmer der Veranstaltung forderten von der Bundesregierung, sich dezidierter für den Fahrradverkehr zu engagieren, um den Nationalen Radverkehrsplan stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Entscheidungsträger zu rücken. Bisher beschränke sich der Bund auf Infrastrukturmaßnahmen, wie etwa den Bau von Radwegen. Das reiche aber nicht aus, um einen Umstieg auf das Fahrrad zu erreichen. Das Fahrrad brauche ein noch besseres Image. Während in Deutschland bisher 12 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, sind es in den Niederlanden und Dänemark schon heute fast 30 Prozent. "Fahrrad fahren wie in den Niederlanden", dies sei auch ein politisches Ziel für Deutschland, wie Heide Schulz (SPD) feststellte.
Axel Friedrich vom Umweltbundesamt betonte, dass Rad fahren aktiver Klimaschutz und private Gesundheitsvorsorge in einem sei. Zudem helfe es auch, Geld aus den öffentlichen Haushalten zu sparen, denn Radverkehr verursache nur ein Zehntel der Kosten des motorisierten Verkehrs. Fahrrad fahren ist jedoch nicht nur vernünftig, es ist auch vielfach mit positiven Emotionen - wie Unabhängigkeit oder Naturerlebnis ? verbunden, besonders, falls die Randbedingungen attraktiv sind. Dies zeigten die Analysen des Marketing-Experten Hans van Vliet der Firma Shimano und der Markenexpertin Sandra Wolff, aber auch die praktischen Erfahrungen aus der fahrradfreundlichen Stadt Marl.
Diese emotionale Seite müsse, so die Teilnehmer des Workshops, in der Imagekampagne zur stärkeren Fahrradnutzung im Alltag auch Eingang finden. Das zentrale Großereignis soll im kommenden Jahr die weltweit größte Fahrrad-Sternfahrt sein. Sie soll in einer noch auszuwählenden Stadt eine Viertel Million Radfahrer mobilisieren.
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