Affen-Misshandlung in Münster
Deutscher Tierschutzbund fordert Schließung einer Versuchsanlage
"Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit Jahren, Tierversuche an Affen generell zu verbieten. Die Versuche sind überflüssig und für die hoch entwickelten Tiere, die eng mit dem Menschen verwandt sind, besonders belastend", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Wenn die Tiere, wie es die Fernsehbilder belegen, dann auch noch tierschutzwidrig gehalten und auf dem Experimentiertisch misshandelt werden, kann es kein Pardon geben: Die Versuchsanlagen müssen geschlossen und die Verantwortlichen hinter Gitter gebracht werden." Für derart schwere Vergehen sieht das Tierschutzgesetz Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren vor. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, muss der Strafrahmen in diesem Fall ausgeschöpft werden.
Die Firma Covance Laboratories führt im Auftrag verschiedener Pharmaunternehmen unter anderem Giftigkeitsprüfungen an Affen durch, unter denen die Tiere schwer leiden. "Obwohl es dafür im Regelfall weniger belastende oder sogar tierversuchsfreie Alternativen gibt, sind diese Versuche in Deutschland nicht grundsätzlich verboten", erläutert Apel. "Wenn die Betreiber behaupten, dass sie sich an die gesetzlichen Bedingungen halten, ist dies geradezu zynisch. Dass die Versuche grundsätzlich nicht verboten sind, heißt nicht, dass man die Tiere deshalb über Gebühr quälen darf. Laut Gesetz sind die Tiere von eigens ausgebildeten Fachkräften so schonend als irgend möglich zu behandeln."
Auch der Gesetzgeber müsse jetzt aber reagieren, so Apel weiter. "Der Bericht zeigt erneut, wie Tiere in der Forschung gequält werden. Sie haben selbst dann schwer zu leiden, wenn das Personal sie den Umständen entsprechend gut behandelt. Grundsätzlich sind Tierversuche verzichtbar. Experimente mit Affen müssen generell untersagt und auch bei anderen Tierarten wesentlich restriktiver gehandhabt werden als bisher. Im vergangenen Jahr ist das Staatsziel zum Tierschutz in Kraft getreten. Jetzt hat der Gesetzgeber dafür zu sorgen, dass auch die Versuchstiere etwas davon haben."
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Am 11. Dez. 2003 unter:
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