Hochwasserschutz
In Sachsen soll Vorsorge neue Flutkatastrophe verhindern
Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, stellte gemeinsam mit Prof. Dr. Irene Schneider-Böttcher, Präsidentin der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft (Dresden), und Prof. Dr. Friedhelm Sieker von der Universität Hannover, Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und landwirtschaftlichen Wasserbau, eines dieser Projekte vor. "Hier wird erstmals das gesamte Einzugsgebiet eines Flusses, das der sächsischen Mulde, hinsichtlich seines Wasserrückhaltepotenzials bewertet", so Brickwedde.
Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse könnten zukunftsfähige Konzepte zum vorbeugenden Hochwasserschutz umgesetzt werden. Das Kooperationsprojekt schlage mithilfe einer DBU-Förderung von 497.000 Euro einen innovativen Weg ein. So werden erstmalig die Potenziale der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Siedlungswirtschaft gemeinsam betrachtet, um für den Hochwasserschutz bestmögliche Effekte zu erzielen. In Chemnitz zum Beispiel werden modellhafte Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung untersucht, um diese Erkenntnisse auf andere Siedlungsgebiete im Muldegebiet zu übertragen.
Neu sei auch der Ansatz, diese Maßnahmen volks- und privatwirtschaftlich zu hinterfragen, um ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erzielen. Das Weißeritztal im Erzgebirge wird von den Flüssen Rote und Wilde Weißeritz geprägt. Es gehörte im August 2002 zu den am stärksten von der Flut betroffenen Gebieten in Sachsen.
Gemeinsam mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. (Dresden) und dem Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft will das Institut für Allgemeine Ökologie und Umweltschutz der Technischen Universität (TU) Dresden in den bewaldeten Durchbruchstälern von Müglitz, Trebnitz und Gottleuba im Osterzgebirge ökologisch und ökonomisch vertretbare Initial- und Pflegemaßnahmen zur naturschutzgerechten Waldbehandlung und Hochwasservorsorge durchführen. Die DBU unterstützt dieses Vorhaben mit 421.000 Euro.
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