Artenschutz

Keine Exoten und Wildtiere zu Weihnachten verschenken

Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE warnt vor Wildtieren als Weihnachtsgeschenk: "Vom Korallenfisch bis hin zu afrikanischen Igeln oder südamerika-nischen Kleinbären - Wir beobachten mit großer Sorge einen boomenden Handel mit exotischen Haustieren. Die wenigsten Käufer wissen um die enormen Haltungsansprüche ihrer Schützlinge", erläutert Dr. Sandra Altherr, Biologin bei PRO WILDLIFE. Krankheiten und frühzeitiger Tod sind entsprechend häufig die Folge des spontanen Kaufs oder Verschenkens exotischer Tiere. In den USA hatte der Trickfilm "Findet Nemo" die Nachfrage nach Korallenfischen deutlich angeheizt. Nun befürchtet die Artenschutzorganisation, dass auch in Deutschland verstärkt wildgefangene Zierfische und andere Exoten im Vorweihnachtsgeschäft über die Ladentheke gehen.

Der Handel mit Wildtieren in Deutschland verläuft großteils völlig unkontrolliert: "Viele der hier verkauften Exoten sind nicht geschützt. Dies bedeutet, dass der Handel weder registriert noch reglementiert wird. Selbst völlig unbedarfte Laien können sich die anspruchsvollsten Tiere völlig legal anschaffen", lautet die Kritik von PRO WILDLIFE.

Neben Zierfischen werden auch Reptilien, Vögel und Säugetiere aus allen Kontinenten über Internet, Zoogeschäfte oder Tierbörsen verkauft. Die Käufer müssen teils große Summen in die Aquarien- oder Terrarientechnik oder Käfige investieren, um den Bedürfnissen der Exoten halbwegs gerecht werden zu können. Sterbe der vergleichsweise preiswerte Insasse, werde meist Nachschub besorgt, anstatt die Haltung der betreffenden Art in Frage zu stellen. "Dies ist ein Teufelskreis, der zu immer neuen Wildentnahmen, Leiden und frühzeitigen Todesfällen führt.

Denn während der Fang von Wildtieren in Deutschland verboten ist sind die Tierbestände insbesondere in Entwicklungsländern weitgehend ungeschützt und werden hemmungslos für den Heimtiermarkt geplündert ", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. 95 Prozent aller hierzulande gehandelten Salzwasser-Zierfische, zu denen auch Korallenfische wie "Nemo" gehören, stammen noch aus freier Wildbahn. Viele werden heute noch mit dem Nervengift Natriumzyanid gefangen - mit fatalen Folgen für die Zierfische und alle anderen Korallenbewohner. Die so gefangenen Tiere sind häufig todkrank und sterben nach kurzer Zeit.

Neben Millionen Zierfischen werden jährlich Hunderttausende Reptilien und Vögel nach Deutschland importiert - auch diese Tiere werden großteils der Natur entrissen. Selbst Klima- oder Futterspezialisten wie bestimmte Prachtfinken oder Chamäleons, die nur in den Händen von Spezialisten eine Überlebenschance haben, gehören zu den Verkaufsschlagern. Auch gefährliche Arten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Vom Krokodil über Riesen- und Giftschlangen bis hin zu Raubtieren (z.B. Kleinbären, Schleichkatzen) ist nahezu alles frei erhältlich. Sogar Affen werden in Privathand gehalten, obwohl die Tiere oft mit Erreichen der Geschlechtsreife aggressiv und bissig werden.

PRO WILDLIFE empfiehlt aufgrund der erheblichen Tier- und Artenschutzprobleme deshalb auf die Haltung von Exoten als Haustiere zu verzichten. Denn Wildtiere behalten ihre natürlichen Verhaltensweisen, wie z.B. ihr hohes Bewegungsbedürfnis, auch in Gefangenschaft bei. Exotische Wildtiere sind den Umgang mit Menschen nicht gewohnt, zumeist an ein anderes Klima angepasst und haben hohe Nahrungsansprüche. "Nur Arten, die seit Generationen in Menschenhand gezüchtet werden, sind für die Privathaltung überhaupt geeignet. Wildtiere dagegen gehören einzig und allein in die Natur", so PRO WILDLIFE.

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