Jahresbilanz
Krieg und Terrorismus überlagern Erfolge im Umweltschutz
Nach Greenpeace-Aktivitäten unterlässt der Gentechnik-Konzern Syngenta die Aussaat von genetisch manipuliertem Weizen in Thüringen und Deutschlands größte Handelskette, die Metro-Group, verzichtet auf Gentechnik in ihren Eigenmarken. "Wir freuen uns, dass sich auch der Handelsriese Metro von seiner gentechnikfreundlichen Position verabschiedet hat", sagt Brigitte Behrens, Greenpeace-Geschäftsführerin. "Greenpeace setzt sich zusammen mit den Verbrauchern für die Verbraucher gegen gentechnisch manipulierte Lebensmittel ein. Damit wurde ein großer Erfolg errungen und der Handel zum Umlenken gebracht."
Im kommenden Jahr 2004 wird die Umweltschutzorganisation den Schwerpunkt auf die Themen Gentechnik und Energie legen. Mit der neuen Kennzeichnungspflicht von Gentech-Lebensmitteln in der EU werden Verbraucher diese "Nahrungs-Mutanten" ab April in den Supermarktregalen erkennen und sich direkt gegen einen Kauf entscheiden können. Außerdem wird Deutschland im Juni Gastgeber der Internationalen Konferenz zur Förderung der Regenerativen Energien sein, die Bundeskanzler Schröder auf dem Umweltgipfel in Johannesburg angeregt hat.
"Die rot-grüne Bundesregierung verfolgt kein durchgängiges Konzept für einen ökologischen Umbau der Energie-Wirtschaft," sagt Brigitte Behrens, "wenn Wirtschaftsminister Clement eine Kampagne gegen Windkraft und für Steinkohle fährt und Außenminister Fischer die Hanauer Plutoniumfabrik nach China verkauft. Auch bei der Verkehrspolitik bleibt die Bundesregierung passiv. Dieselrußfilter, die Todesfälle durch Krebs verhindern können, sind noch immer keine Pflicht für alle alten und neuen Fahrzeuge."
Obwohl die Deutschen ökonomischer Unsicherheit ausgesetzt sind, bleiben die Förderinnen und Förderer Greenpeace treu. Die Einnahmen 2003 liegen voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres (2002: 38,8 Mio. Euro). Damit kann Greenpeace neben nationalen auch weiterhin internationale Kampagnen unterstützen, z.B. zur Rettung der Amazonas-Urwälder oder zu Umwelt-Problemen in China, Indien und Südostasien. Nachdem das Finanzamt in Hamburg seit Dezember 2001 im Rahmen einer Betriebsprüfung die Gemeinnützigkeit von Greenpeace e.V. überprüft hat und damit die Befreiung von der Körperschaftssteuer in Frage stellte, erhielt die Organisation nun die Nachricht, dass Greenpeace weiter von der Steuer freigestellt ist.
Dass sich die Prüfung über zwei Jahre ungewöhnlich lange hinzog, wurde vermutlich durch öffentliche Äußerungen einiger Innenminister ausgelöst, die sich aufgrund der Proteste gegen Castor-Transporte 2001 für den Entzug der Gemeinnützigkeit von Organisationen "wie Greenpeace" ausgesprochen hatten.
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Am 22. Dez. 2003 unter:
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Halbherziger Beschluss der EU-Minister vereitelt Kabeljauschutz »
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