Weihnachten

Keine Tierprodukte aus Massentierhaltung für die Festtagstafel

Rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen bereiten schon jetzt viele Verbraucher ihren Festtagsspeiseplan vor. Aber, was als scheinbar schmackhafte Delikatesse auf der Festtafel landet, hat allzu häufig nichts mit gutem Geschmack zu tun. Vielfach kommen die Produkte aus Massentierhaltung. Die Tiere wurden zur Befriedigung der saisonalen Nachfrage gemästet. "Ein liebevoll zubereitetes Weihnachtsmenü darf nicht in Verbindung mit Tierquälerei stehen", betont Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Achten Sie darauf, was Sie kaufen, Alternativen zu tierquälerischen Produkten gibt es genug."

Traditionell gehört für viele Bürgerinnen und Bürger zu Weihnachten eine Gans oder Pute zum Festessen. Dass viele dieser Tiere unter grausamsten Bedingungen gemästet wurden, ist ihnen nicht bewusst. Um die hohe Nachfrage mit Billigangeboten zu befriedigen, gehört es zur alltäglichen Praxis, den überzüchteten Tieren prophylaktisch Medikamente zu verabreichen. Bei Enten sehen die Bedingungen der Zucht und Haltung nicht besser aus. "Wer denkt, eine Flugente käme aus der Freilandhaltung, hat sich durch die beschönigende Bezeichnung der Industrie schlichtweg täuschen lassen", erläutert Wolfgang Apel.

"Den grausamen Gipfel der Tierquälerei für das Festmenü stellen Enten- oder Gänsestopfleber dar", empört sich Apel weiter. Kaum jemand macht sich bewusst, dass den Tieren zur Erzeugung dieser Stopfleber täglich bis zu 1.200 g Maisbrei mit maschinellen Vorrichtungen in den Schlund gepumpt werden. "Im Endstadium der Mast können sich die Vögel kaum noch bewegen, ihre Gesundheit ist zerstört", so Apel weiter. "Wer sehen könnte, wie diese Tiere leiden, würde für ein Verbot zur Herstellung von Gänsestopfleber eintreten."

Ein weiterer kulinarischer Irrweg ist der Verzehr des Fleischs exotischer Tiere. Findige Geschäftsleute nutzen die Lebensmittelskandale der Vergangenheit aus, um Verbrauchern vermeintliche Alternativen anzudrehen. Dass exotische Tiere wie Strauße in Deutschland jedoch nicht artgerecht zu halten sind, spielt für sie keine Rolle. Die Tiere leiden unter dem feucht-kalten Klima. Auch die Tötung der Strauße bereitet besondere Probleme, denn eine tierschutzgerechte Betäubung der Straße ist nicht sicherzustellen. Bei Fisch kann einem ebenfalls der Appetit vergehen. Angesichts riesiger Lachsfarmen, in denen sich die Fische dicht an dicht drängen ist ein massiver Antibiotikaeinsatz notwendig.

Selbst beim Kartoffelsalat mit Ei und dem Eigelb für die Weihnachtstorte ist Vorsicht geboten, denn die meisten Eier stammen aus der tierquälerischen Käfighaltung. Unter dem Motto "Kein Ei aus Quälerei! - Kein Ei mit 3!" macht der Deutsche Tierschutzbund darauf aufmerksam, dass mit der Anfangsziffer 3 gekennzeichnete Eier aus der Käfighaltung stammen. Die Kennzeichnung ist ab dem 1. Januar 2004 vorgeschrieben. Alternativen zu tierquälerischen Produkten gibt es jedoch genug so zum Beispiel in Form von vegetarischen Köstlichkeiten.

"Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, sollte dieses aus artgerechter Haltung erwerben wie aus der ökologischen Tierhaltung oder vom NEULAND-Bauern", rät Wolfgang Apel. Weitere nützliche Tipps und Ratschläge hat der Deutsche Tierschutzbund in seiner Infobroschüre "Verbraucher haben die Macht" zusammengestellt. Diese kann gegen einen mit EUR 1,44 frankierten Rückumschlag beim Deutschen Tierschutzbund, Baumschulallee 15, 53115 Bonn bestellt werden.

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