Protestaktion in Hanau
Plutonium-Fabrik darf nicht an China verschachert werden
"Plutonium-Technik lässt sich immer militärisch missbrauchen", warnt Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse. "Die Anlage in Hanau muss jetzt endlich verschrottet werden. Nur so lässt sich ein Beitrag zu einer friedlicheren Welt leisten." Die Hanauer Fabrik wird von der EU als so genannte "Dual-Use"-Anlage eingestuft. Das heißt: sie kann zweifach (dual) genutzt werden, sowohl zivil als auch militärisch. Greenpeace hat in einem Rechtsgutachten nachgewiesen, dass die Bundesregierung den Export-Antrag der Siemens AG ablehnen muss. Anderenfalls würde sie gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen.
Die Hanauer Fabrik ist eines der zentralen Elemente der Plutoniumwirtschaft. Sie beginnt in den so genannten Wiederaufarbeitungsanlagen. Dort werden abgebrannte Brennelemente chemisch getrennt in Plutonium, Uran und Spaltprodukte. Das Plutonium kann anschließend entweder zum Bau von Atombomben genutzt oder zu Brennstoff für Atomreaktoren verarbeitet werden - wie es auch in Hanau geplant war.
Die Plutoniumwirtschaft führt dazu, dass waffenfähiges Plutonium in großen Mengen verfügbar ist, verarbeitet und transportiert wird. Fast 200 000 kg Plutonium sind im Rahmen "ziviler" Atomprogramme in Wiederaufarbeitungsanlagen in den vergangenen Jahrzehnten gewonnen worden. Zum Vergleich: für den Bau einer Atombombe sind nur rund 10 Kilo Plutonium notwendig. Diese enormen Plutoniummengen stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, denn eine lückenlose Überwachung ist nicht möglich.
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Am 23. Dez. 2003 unter:
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