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30.000 Unterzeichner: Langjährige Flüchtlinge in Deutschland bleiben lassen

Weihnachten 2003

30.000 Mal der gleiche Weihnachtswunsch: Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen! Ein Weihnachtswunsch gehört dieser Tage in Deutschland zu den häufigsten: 30.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen Wochen dem Aufruf "Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen!" mit ihrer Unterschrift angeschlossen. Die Unterzeichner fordern, dass die langjährig in Deutschland Geduldeten endlich ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten.

Während die Hauptsorge zu Weihnachten 2003 zu sein scheint, dass der Einzelhandel Umsatzeinbußen zu verzeichnen hat, müssen die Geduldeten um ihre blanke Existenz fürchten: Die Geduldeten wissen nicht, ob sie im Jahr 2004 noch in Deutschland leben dürfen oder ob sie schon bald abgeschoben werden ­- ob sie ihre Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde, ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Bei einer Rückkehr in ihre ehemalige Heimat stünden viele Geduldeten vor dem Nichts.

Mehr als 150.000 Geduldete leben bereits über fünf Jahre in Deutschland. Dennoch müssen sie Tag für Tag damit rechnen, dass sie abgeschoben werden. Menschen die schon längst Teil der deutschen Gesellschaft sind, wird aufgrund einer ideologisch verbohrten Politik das Bleiberecht vorenthalten. Immer mehr Menschen wollen die unmenschliche Politik der Kettenduldungen nicht mehr hinnehmen und melden ihren Protest dagegen an.

PRO ASYL hat zusammen mit Dr. Christian Schwarz-Schilling, Bundesminister a.D. und Internationaler Streitschlichter für Bosnien, den Aufruf "Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen!" initiiert. Der Zuspruch von Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern, Sportlern und auch hochrangigen Vertretern der Wirtschaft ist groß. Jetzt müssen die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker dafür sorgen, dass die Praxis der langjährigen "Kettenduldungen" endlich wirkungsvoll - zum Wohl der Betroffenen und der Gesellschaft - beendet wird.

Nach der Weihnachtspause werden die Verhandlungen des Vermittlungsausschusses zum Zuwanderungsgesetz fortgesetzt. PRO ASYL ruft die Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien auf: Nutzen Sie die Besinnlichkeit der Weihnachtsfeiertage, um sich die Situation der Geduldeten vor Augen zu führen. Trotz jahrelanger Lagerunterbringung, sozialer Degradierung, gesetzlicher Barrieren bei der Arbeitsaufnahme haben sich die Geduldeten dennoch vielfach integriert. Es ist längst Zeit, ihnen einen Platz in der Herberge zuzugestehen. Das ist der Weihnachtswunsch von 30.000 Menschen.

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