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Ein Viertel aller Menschen in Deutschland leidet unter Verkehrslärm

Maßnahmen für mehr Ruhe

Rund ein Viertel aller Menschen in Deutschland leidet unter krankmachendem Verkehrslärm, über drei Viertel fühlen sich belästigt. Unwohlsein, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und ein höheres Herzinfarktrisiko sind die Folgen. Deshalb hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. zum Abschluss seines Projekts "Maßnahmen gegen Verkehrslärm" am Freitag in Berlin die verantwortlichen Politiker in Bund, Ländern und Kommunen zu verstärkten Anstrengungen bei der Bekämpfung von Verkehrslärm aufgefordert. Von zentraler Bedeutung sei dabei eine umfassende Lärmschutzgesetzgebung, die schärfere Grenzwerte und einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Lärmsanierung einschließt.

Prof. Monika Ganseforth, stellvertretende Bundesvorsitzende des VCD: "Verkehrslärm macht nicht nur krank, sondern verursacht auch enorme volkswirtschaftliche Schäden. Dennoch wurde dieses Problem in der Umweltpolitik bisher nahezu vergessen. Während große Anstrengungen für eine bessere Luft- und Wasserqualität in den letzten Jahrzehnten spürbare Erfolge gebracht haben, beeinträchtigt Verkehrslärm immer mehr Menschen. Deshalb brauchen wir jetzt einen Paradigmenwechsel im Kampf gegen Verkehrslärm."

Nach Auffassung des VCD wird das Jahr 2004 zur Bewährungsprobe für die Lärmschutzpolitik. Denn in diesem Jahr muss die Bundesregierung die EU-Umgebungslärmrichtlinie in deutsches Recht umsetzen und endlich eine Neufassung des völlig veralteten Fluglärmgesetzes von 1971 vorlegen. Um das Lärmproblem wirksam anzugehen, müssen aus Sicht des VCD noch weitere rechtliche Regelungen hinzukommen.

Ganseforth: "Eine neue Lärmschutzgesetzgebung muss allen, die an zu lauten Verkehrswegen wohnen, einen Rechtsanspruch auf Lärmsanierung garantieren. Dazu bedarf es verbindlicher Grenzwerte und der Bereitstellung entsprechender Finanzmittel. Die Grenzwerte müssen im ersten Schritt an der Vermeidung gesundheitlicher Risiken ausgerichtet sein und langfristig den Anforderungen der Vorsorge entsprechen."

Für eine erfolgreiche Gesamtstrategie gegen Verkehrslärm seien außerdem Verkehrsvermeidung und -verlagerung auf umweltschonende Verkehrsmittel, eine bessere Zusammenarbeit bei der Gebiets-, Verkehrs- und Lärmschutzplanung sowie intensivere Forschung im Bereich Lärmvermeidung notwendig. Auch bei den Lärmgrenzwerten für Fahrzeuge aller Art gebe es dringenden Handlungsbedarf.

VCD-Lärmexperte und Projektleiter Helmar Pless: "Zur Zeit darf beispielsweise ein Motorrad lauter sein als ein Lastwagen. Solche Missstände gilt es durch strengere Grenzwerte zu beheben." Bei Pkw, Schienenfahrzeugen und Flugzeugen müsse die Entwicklung lärmarmer Modelle forciert werden. Hierfür würden intelligente Instrumente benötigt, die lärmarmes Verhalten bzw. den Kauf lärmarmer Fahrzeuge belohnten. Gut geeignet sei eine Staffelung der Kfz-Steuer auch nach Geräuschemissionsklassen sowie lärmabhängige Trassenpreise für Schienenfahrzeuge und lärmabhängige Landegebühren für Flugzeuge.

Auf seiner Abschlusstagung präsentiert der VCD einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Straßenverkehrs-, Flug- und Schienenlärm. Darin sind die Ergebnisse von sieben Experten-Workshops mit insgesamt rund 500 Teilnehmern zusammengefasst. "Die Veranstaltungsreihe hat deutlich gemacht, dass Lärmbekämpfung die zentrale umweltpolitische Herausforderung der nächsten Jahre ist. Nur mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen, die auf verschiedenen Ebenen ansetzen, kann diese Aufgabe erfolgreich gemeistert werden", resümiert VCD-Projektleiter Pless.

Die 48-seitige Abschlussbroschüre mit dem Titel "Maßnahmen gegen Verkehrslärm" kann gegen eine Bearbeitungs- und Versandkostenpauschale in Höhe von 5 Euro beim VCD, Eifelstr. 2, 53119 Bonn oder unter versand@vcd.org bestellt werden. Der VCD verleiht außerdem Lärm-Messgeräte für Lärmbetroffene.

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