Nordkorea

Regierung mitverantwortlich für Hunderttausende Hungertote

Die Regierung Nordkoreas trifft eine Mitschuld am Hungertod hunderttausender Nordkoreaner. Zu diesem Schluss gelangt ein heute veröffentlichter Bericht von Amnesty International (ai). Die nordkoreanische Regierung setze die Nahrungsmittelknappheit zur Unterdrückung von Kritik ein und reagiere auf Überlebensstrategien der Bevölkerung mit drakonischen Strafen.

In Nordkorea herrscht seit fast einem Jahrzehnt Nahrungsmittelknappheit und endemischer Hunger, der Hunderttausende Nordkoreaner das Leben gekostet hat, vor allem Kinder, Frauen und alte Menschen. Millionen von Kindern leiden an chronischer Unterernährung. Naturkatastrophen, der Verlust der Unterstützung durch die frühere Sowjetunion und Missmanagement sind die Hauptursachen.

Hinzu kommt, dass die Regierung Nahrungsmittel ungleich verteilt. Sie bevorteilt die ökonomisch aktiven und politisch loyalen Bürger. Gleichzeitig hindert sie die Bevölkerung, ihre Dörfer oder Städte für die Suche nach besseren Lebensbedingungen zu verlassen. Sie behindert auch die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen. "Die nordkoreanische Regierung muss das Menschenrecht auf Nahrung achten, das im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte festgeschrieben ist", sagte Roland Brauckmann, Nordkorea-Experte von ai. Nordkorea ist Vertragsstaat dieses UN-Paktes.

Die Nahrungsmittelknappheit hat zehntausende Nordkoreaner über die Grenze nach China getrieben. China hat diesen Menschen den Flüchtlingsstatus verweigert und sie nach Nordkorea zurückgeschoben. Dort sind viele von ihnen unter unsäglichen Bedingungen in Arbeitslagern inhaftiert worden. Viele sind Berichten zufolge Hungers gestorben. Andere wurden gefoltert. Es kam zu öffentlichen Hinrichtungen von Menschen, die Nahrungsmittel gestohlen hatten.

"Nordkorea muss die Todesstrafe abschaffen und seiner Bevölkerung Reise-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit garantieren, wie sie im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte niedergelegt sind", sagte Brauckmann. "Unabdingbar ist auch, dass unabhängige Menschenrechts-Organisationen wie ai endlich uneingeschränkt Zugang zum Land erhalten."

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