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Landwirte zum Gentechnik-Boykott aufgerufen

Grüne Gentechnik

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft zum Abschluss der Grünen Woche die deutschen Landwirte zur Einrichtung großflächiger gentechnikfreier Zonen und Regionen auf. Mit schriftlichen Selbstverpflichtungen zur gentechnikfreien und fairen Nachbarschaft sollten sich jene Agrarbetriebe gegenseitig schützen, die ohne Gentechnik produzieren wollten. Durch gentechnische Verunreinigungen drohe auch dem Ökolandbau das Aus. Der BUND unterstützt die Vereinbarungen zur fairen Nachbarschaft mit einem speziellen Internetangebot, Informationen und Beratung. In Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg haben Bauern bereits die Einrichtung gentechnikfreier Regionen von je rund 10000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche vereinbart.

Doris Tropper, stellvertretende BUND-Vorsitzende: "Das Qualitätsmerkmal 'gentechnikfrei' wird bald so wertvoll sein wie nie. Denn die Mehrheit der Verbraucher will keine Gentechnik auf dem Teller. Auch große Handelsketten haben sich gegen Gen-Food ausgesprochen. Wenn die Landwirte sich, die Verbraucher und die Natur vor unkalkulierbaren Risiken schützen wollen, können sie jetzt die Initiative ergreifen und der Gentechnik eine klare Absage erteilen. Das sichert ihnen die Märkte der Zukunft."

Der von Agrarministerin Künast kürzlich vorgelegte Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz sei keine ausreichende Grundlage, um die gentechnikfreie Landwirtschaft zu sichern. Entscheidende Punkte wie die "gute fachliche Praxis" und das Monitoring des Anbaus blieben bislang ungeklärt. Informationen zu den Standorten gentechnisch veränderter Felder seien weiter nur schwer zugänglich. Jene Bauern, deren Felder und Ernten gentechnisch verunreinigt wurden, müssten zudem selbst nachweisen, wer diese Schäden verursacht hat.

Doris Tropper: "Künast muss das Gentechnikgesetz dringend nachbessern, weil es in seiner jetzigen Form keinen ausreichenden Schutz vor gentechnischer Verunreinigung bietet und dem Verursacherprinzip widerspricht. Geschädigte Bauern dürfen nicht die Beweislast dafür aufgebrummt bekommen, wer ihre Felder eigentlich verunreinigt hat. Bei der Haftung müssen die weltweit agierenden Gentechnikkonzerne in die Verantwortung genommen werden."

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