Umwelt und Verkehr

Hessischer Herrenwald soll bei Autobahnbau geschont werden

Der NABU Hessen begrüßt grundsätzlich die Absicht der Planungsträger der A 49, nunmehr östlich des Herrenwaldes eine Linie zu prüfen, die alle FFH-Bereiche umfährt. Die nun auch seitens der Straßenbauverwaltung erfolgende Anerkennung der hohen Schutzwürdigkeit des Herrenwaldes sei ein Fortschritt, so der NABU. Bereits 1999 hatte der Vertreter des NABU, Wulf Hahn, in seiner Stellungnahme im Raumordnungsverfahren zur A 49, Neustadt - A5, auf diesen Sachverhalt hingewiesen.

Die nun wieder in die Diskussion kommende östliche Umfahrung Neustadts war schon im ROV 1999 unter dem Variantennamen "Blaue Ecke" geprüft worden. Die Variante "Blaue Ecke" umfährt Neustadt östlich, führt zwischen Wahlen und Arnshain nach Südwesten an der Kernstadt Kirtorf vorbei und stößt hinter Erbenhausen wieder auf die jetzt zur Disposition gestellte Herrenwaldtrasse. Damals war der Korridor aus verkehrlichen und umweltfachlichen Gründen richtigerweise ausgeschieden worden. Er tangiert nämlich im Südosten von Neustadt das seit langem vom Land Hessen gemeldete FFH-Schutzgebiet für den Ameisenbläuling.

In diesem Bereich eine FFH-konfliktfreie Lösung zu finden wird vom NABU als schwierig eingeschätzt. Die Umweltverträglichkeitsstudie des Landes Hessen hatte bereits 1997 diesen Bereich als Tabuzone identifiziert. Ebenso stark ins Gewicht fällt dabei die Zerschneidung der bisher weitgehend ungestörten Kulturlandschaft rund um die Stadt Kirtorf, so der NABU weiter. Bei Maulbach ist wegen des Hirschkäfervorkommens von einem potenziellen FFH-Gebiet bzw. wegen des Brutnachweises des Schwarzstorches von einem faktischen Vogelschutzgebiet auszugehen.

Deshalb favorisiert der NABU weiterhin eine Lösung über den Maulbachkorridor bis Kirchhain und von dort eine Weiterführung nach Marburg über die B 62/B3A (Marburgvariante), so Landesgeschäftsführer Hartmut Mai.

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