Hühnerseuche

Vogelgrippe verursacht Massentötungen

Die Welttierschutzgesellschaft (WSPA), ein weltweites Bündnis von Tierschutzorganisationen, verurteilt das Massentöten von Hühnern als Folge der Vogelgrippe. Mit der Schlachtung von Millionen Hühnern soll die Ausbreitung der Seuche verhindert werden. Es sei "unvorstellbar grausam", wie zur Zeit Millionen Hühner getötet würden, so die Tierschützer. Viele der Tiere würden lebend begraben werden. Oft hätten die eingesetzten Kräfte kaum oder überhaupt keine Erfahrung im Umgang mit Hühnern, geschweige denn mit dem Schlachten.

"Auch wenn Eile geboten ist angesichts der Geschwindigkeit mit der sich die Seuche ausbreitet, ist es nicht zu akzeptieren, dass Tiere so gequält werden.", so Martin Riebe, Geschäftsführer der WSPA Welttierschutzgesellschaft in Deutschland. Die Ursache für den Ausbruch der auch für den Menschen gefährlichen Seuche sieht die WSPA im hemmungslosen Wachstum der asiatischen Tierproduktionsindustrie.

"Die rasante Entwicklung der industriellen Tierproduktion in Asien innerhalb weniger Jahre ist beispiellos", meint Riebe. Mit rund einer Milliarde geschlachteter Hühner pro Jahr sei Thailand mittlerweile einer der weltweit größten Geflügelproduzenten. Ohne ausreichende Tierschutzbestimmungen, Umweltrichtlinien oder Hygieneverordnungen seien solche schnell wachsenden Branchen jedoch Seuchen hilflos ausgeliefert. Massentötungen wären die logische Folge.

Auch die Haltung der Tiere sei keinesfalls artgerecht. Viele Milliarden Tiere fristeten ihr Dasein in überfüllten und dreckigen Ställen. Das sei der ideale Nährboden für Krankheiten aller Art, so die Tierschützer. Aber nicht nur die Tiere litten in der Intensivhaltung unter Darm- und Atemwegserkrankungen, auch die Arbeiter seien davon betroffen. Die hohe Konzentration der Schadstoffe und Erreger verursache bei vielen von ihnen chronische Entzündungen der Bronchien und schädige das Immunsystem.

"Alle Verantwortlichen, nicht nur in Asien, müssen endlich einsehen, dass die Vogelgrippe nur das aktuellste Beispiel ist für die negativen Auswirkungen der intensiven Massentierhaltung auf die menschliche Gesundheit und die Qualität unserer Nahrungsmittel.", sagt Riebe. SARS, MKS, BSE und Schweinepest müssten zum Nachdenken anregen über die Art und Weise, wie die Tiere behandelt würden.

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