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Grundschüler lesen besser

IGLU-Studie

Das schlechte Abschneiden deutscher Schüler im internationalen PISA-Vergleich kann offenbar nicht auf die Grundschule zurückgeführt werden. Wie die am Mittwoch in Berlin vorgelegte weiterführende Studie zur Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) zeigt, schneiden die Schüler in den meisten der sechs aufgeführten Bundesländer überraschend gut ab. Im internationalen Vergleich rangieren die Viertklässler im oberen Mittelfeld. Allerdings treten in der IGLU-Studie auch zum Teil gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern zutage.

So erreichten die Schüler in Baden-Württemberg den deutschen Spitzenwert, auch Bayern und Hessen liegen noch über dem deutschen Durchschnittswert. Zwischen diesen drei Ländern gibt es nach den Worten von Studien-Autor Wilfried Bos nur eine "geringe Standardabweichung". Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bremen liegen hingegen unter dem deutschen Niveau, aber noch über dem internationalen Durchschnitt.

Dieses Ergebnis zeige jedoch, dass beim Übergang zu weiterführenden Schulen eine "soziale Auslese" stattfinde, die offenbar alle Bundesländer betreffe. Daher müsse man die Frage stellen, inwieweit die Übergangsempfehlung zur nächsthöheren Schulform bundesweit funktioniere. "Eine Reihe von Kindern, bei denen die Lesefähigkeit getestet wurde, könnte gut eine Gymnasialempfehlung bekommen, erhält aber nur die Empfehlung für die Hauptschule", kritisierte der Wissenschaftler.

Einen Grund dafür machte Bos in der Zensurenungerechtigkeit aus. Die Wissenschaft wisse schon lange, dass Schulnoten nur bedingt vergleichbar seien, betonte er. Eine Note 3 sei in einem sozialen Brennpunkt anders zu bewerten als in einem "Nobelviertel". Auch werde die Gymnasialempfehlung "häufig schichtspezifisch" erteilt.

An der Internationalen Lesestudie hatten sich Schüler der 4. Klassen aus 35 Staaten beteiligt. In Deutschland wurde die Studie am zweiten Tag um Tests in Mathematik, Naturwissenschaften und Rechtschreibung erweitert. Der jetzt vorgelegte Bericht wertete die Ergebnisse aus jenen sechs Bundesländern aus, die mit ausreichend großer Zahl an den Vergleichen teilgenommen hatten. Bremen, das deutsche Schlusslicht, hatte die internationalen Stichprobenvorgaben erst unter Einbeziehung der Ersatzschulen erreicht.

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