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Tempolimit auf Autobahnen soll Unfälle verhindern

Haftstrafe für Autobahnraser

Das Amtsgericht Karlsruhe hat am heutigen Mittwoch den 34-jährige Versuchsingenieur von DaimlerChrysler zu eineinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt. Er hatte im vergangenen Sommer einen Unfall auf der A 5 bei Karlsruhe verursacht, bei dem eine 21-jährige Frau und ihre zweijährige Tochter ums Leben kamen. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und fahrlässiger Verkehrsgefährdung verurteilt. Anlässlich des Urteils kritisiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. eine "nachsichtige" Behandlung von Verkehrs-Rambos durch die Justiz. Bei einem generellen Tempolimit von 120 km/h wäre der tödliche Unfall auf der A 5 bei Karlsruhe nicht passiert.

Wer bei extrem hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn bis auf wenige Meter auf die Stoßstange eines anderen Fahrzeugs auffahre und so den anderen Fahrer zum Ausweichen nötigen wolle, handele nicht etwa fahrlässig, sondern nehme bewusst einen schweren Unfall in Kauf. "Tödliche Raserei ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein schweres Verbrechen und so muss diese Straftat auch geahndet werden", fordert René Waßmer, VCD-Bundesgeschäftsführer. "Menschen, die ihr Auto als Waffe gebrauchen, dürfen nicht länger mit Nachsicht behandelt und lediglich zu Geldbußen oder vergleichsweise kurzen Gefängnisstrafen verurteilt werden."

Nach Ansicht des Gerichts hat der Versuchsingenieur durch extrem schnelles und dichtes Auffahren den Unfall verursacht. Es sei davon auszugehen, dass der Mercedes zwischen 230 und 250 Stundenkilometer schnell war. Der Abstand zwischen den beiden Unfallwagen habe maximal 20 Meter betragen.

Der Fall des Autobahnrasers macht nach Ansicht des VCD zudem die notwendigen politischen Konsequenzen deutlich. Deutschland sei immer noch das einzige Land weltweit, das keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen kenne. Bei einem generellen Tempolimit von 120 km/h wäre der tödliche Unfall auf der A 5 bei Karlsruhe nicht passiert. Vertreter aller politischen Parteien müssten sich deshalb zu einem Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen bekennen. Nur so könne in Kombination mit flächendeckenden Kontrollen von Geschwindigkeit und Abstand langfristig mehr Sicherheit im Straßenverkehr erreicht werden. Eine Untersuchung der EU zeige zudem, dass die Absenkung der Durchschnittsgeschwindigkeit um nur einen Kilometer pro Stunde die Zahl der Unfälle mit Personenschäden bereits um zwei Prozent senke.

Auch die Autoindustrie müsse zu ihrer Verantwortung stehen, wenn sie die Raserei ihrer Testfahrer zumindest dulde. "DaimlerChrysler baut nicht nur extrem schnelle Autos, sondern lässt zu, dass Werksfahrer mit unverantwortlichem Tempo und Rambo-Manieren im Verkehr unterwegs sind. Dabei ließe sich solches Verhalten durch einfache technische Maßnahmen unterbinden", kritisiert Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Insofern habe auch das Unternehmen in Karlsruhe mit auf der Anklagebank gesessen.

Der VCD tritt mit dem Konzept "Vision Zero" für eine Neuausrichtung in der Verkehrssicherheitspolitik ein, die den Menschen zum Maßstab für die Verkehrsgestaltung macht und das Ziel von Null Verkehrstoten verfolgt. Durch eine Vielzahl von koordinierten Einzelmaßnahmen, darunter generelle Tempolimits, müsse die Zahl der Verkehrsopfer bis zum Jahr 2010 zunächst halbiert werden.

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