Arbeitslosigkeit, Scheidungen, Marketingstrategien

Drei Millionen deutsche Haushalte überschuldet

Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland hat sich nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung auf rund drei Millionen erhöht. Gründe für die steigende Überschuldung von Privathaushalten seien die hohe Arbeitslosigkeit, die zunehmende Zahl von Scheidungen sowie neue Marketingstrategien, mit denen Unternehmen für "Konsum auf Kredit" werben. Viele Menschen verlören auch durch die Nutzung von EC-Karten den finanziellen Überblick.

Im vergangenen Jahr hätten die Schuldnerberatungsstellen einen enormen Zuwachs an Ratsuchenden verzeichnet, sagte die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft, Claudia Kurzbuch, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Andrang sei um rund ein Drittel stärker gewesen als im Jahr 2002.

Die Bundesgeschäftsführerin beklagte, dass trotz des verstärkten Beratungsbedarfs vielerorts Zuschüsse für die Schuldnerberatung gestrichen würden. Dies führe mittlerweile in bestimmten Regionen zu Wartezeiten in den Beratungsstellen von acht bis zwölf Monaten. Kurzbuch rief vor diesem Hintergrund dazu auf, für eine kostenfinanzierte Deckung der Schuldnerberatung in der Bundesrepublik zu sorgen.

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