Erst ausbilden, dann rauswerfen?

Wissenschaftler mahnen Zuwanderungsgesetz an

Namhafte deutsche Forschungs- und Hochschulorganisationen haben den anhaltenden Streit über das Zuwanderungsgesetzes kritisiert. In einer Umfrage der "Berliner Zeitung" in ihrer Montagausgabe mahnten sie zügige Regelungen an, um Deutschland für Spitzenforscher attraktiver zu machen. "Wer Bildung und Innovation stärken will, darf das Zuwanderungsgesetz nicht länger blockieren", sagte der Präsident des Deutschen Studentenwerkes, Hans-Dieter Rinkens. Er appellierte an die Union, bei den Verhandlungen mit Rot-Grün flexibler zu sein. "Man kann nicht erst mit milliardenschweren Programmen Talente nach Deutschland holen und sie nach Abschluss des Studiums wieder weg schicken. Das ist äußerst paradox", kritisierte Rinkens.

Ähnlich äußerte sich der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter Gaehtgens. Die Bundesrepublik müsse daran interessiert sein, dass die "besten Köpfe aus aller Welt" in Deutschland arbeiten können, erklärte er.

Nach Ansicht des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Hans-Jörg Bullinger, hat die Bundesrepublik im weltweiten Tauziehen um Talente schlechte Karten. Während der eigene Spitzen-Nachwuchs ins Ausland abwandere, kämen fremde Spitzenkräfte seltener nach Deutschland. Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, forderte ein modernes Gesetz, um jungen Forschern und ihren Familien aus der ganzen Welt zu signalisieren, "dass sie bei uns willkommen sind".

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Walter Kröll, verlangte eine Entschlackung des Ausländerrechts. Er sagte: "Wir brauchen klare und einfache Regelungen frei von komplizierten bürokratischen Hürden."

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