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Proteste gegen deutsches Steinkohlekraftwerk in der Türkei

6,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid

Gegen ein deutsches Steinkohlekraftwerk in Iskenderun/Türkei haben heute bei der Einweihung durch Bundeskanzler Gerhard Schröder rund 80 lokale Umweltschützer und Greenpeace- Aktivisten protestiert. Das umstrittene Kraftwerk Iskenderun wird nach Angaben der Umweltschutzorganisationen den Ausstoß der Türkei von klimaschädlichen Treibhausgasen deutlich nach oben treiben.

Greenpeace fordert, stattdessen das Potenzial der Türkei für Erneuerbare Energien zu nutzen. Die Betreiberfirma des Kraftwerks Iskenderun gehört zu 75 Prozent der deutschen Steag AG und zu 25 Prozent RWE. Greenpeace warnt daher vor dem Trend, dass deutsche Unternehmen insbesondere die Entwicklungsländer als Markt für ihre "überholte Energietechnik" entdecken.

Das 1,3 Milliarden US-Dollar teure Kraftwerk Iskenderun soll den steigenden Bedarf der Industrieregion Adana decken. Für seine Leistung von 1210 Megawatt verbrauche es 450 Tonnen Steinkohle in der Stunde - das macht nach Greenpeace-Berechnungen 6,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr.

"Das neue Kohlekraftwerk ist ein Denkmal für die Scheinheiligkeit deutscher Energiepolitik", sagt der deutsche Greenpeace- Energieexperte Sven Teske. "Deutschland ringt gerade beim Emissionshandel darum, seine eigenen Treibhausgase zu verringern - und dreht anderen Ländern schmutzige Kohletechnik an."

Mit dem Neubau in Iskenderun hätten sich Steag und RWE auch über den Willen der dortigen Bevölkerung hinweggesetzt: Die lokale Öffentlichkeit protestierte mehrfach wegen der befürchteten Luftverschmutzung, regionale Umweltschutzorganisationen klagten gegen den Bau.

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