28.02.2004
Aktionstag gegen den geplanten Atommülltransport nach Ahaus
"Die Behälter stehen in Ahaus nicht sicherer als in Rossendorf. Trotzdem will die sächsische Landesregierung den Atommüll einmal quer durch die Republik karren lassen und die Bevölkerung entlang der Strecke den unkalkulierbaren Gefahren eines CASTOR-Transports aussetzen. Das ist verantwortungslos", sagt ROBIN WOOD-Energiereferentin Bettina Dannheim.
Der in Rossendorf lagernde Atommüll stammt überwiegend aus DDR-Zeiten. Von 1957 bis 1991 wurde in dem Ort nahe Dresden ein Forschungsreaktor betrieben. Die Brennstäbe des Reaktors lagern seit 1999 in 18 CASTOR-Behältern des Typs MRT-2 in einer eigens dafür gebauten "Transportbereitstellungshalle". Bereits 1993 hatte die sächsische Regierung Stellplätze für die CASTOR-Behälter im zentralen Zwischenlager Ahaus angemietet. Sie sind bis heute ungenutzt geblieben und haben den Steuerzahler zwischenzeitlich 750 000 Euro Miete gekostet. Der Freistaat Sachsen veranschlagt für den Transport und weitere 40 Jahre Miete im Zwischenlager Ahaus insgesamt 6,1 Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Polizeieinsatz während des Straßentransports.
"Für wichtige soziale und umweltpolitische Belange hat der Staat angeblich kein Geld mehr. Für unsinnige Atommüllverschieberei aber werden Millionen Steuergelder zum Fenster rausgeworfen", kritisiert Dannheim. Dass der Transport über Jahre aufgeschoben wurde, hat einen Grund: Bereits im Jahr 2000 sollten Behälter aus Rossendorf in Ahaus eingelagert werden. Doch damals verweigerte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Genehmigung. Es fehlte nämlich der Sicherheitsnachweis, dass die MTR-2-Behälter 40 Jahre lang dicht halten.
Vielmehr nahm man an, dass nach 15 Jahren Rostschäden auftreten könnten. Die Behälter sind bis heute die gleichen geblieben. Künftig soll lediglich etwas genauer darauf geachtet werden, ob sie anfangen zu rosten. "Die Auflagen sind lächerlich", so Dannheim. "Der Behältertyp MTR-2 ist nicht sicher und muss aus dem Verkehr gezogen werden."
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 27. Feb. 2004 unter:
umweltStichworte:
« Erster Erfolg der Kampagne gegen den Schnüffelchip auf Metro-Karten
IPPNW schlägt Außenminister Fischer Beteiligung an Hanau vor »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
- Arbeitsrecht: EuGH Urteil enttäuscht
- Finca Mallorca und andere Schnäppchen
- Windenergie wieder auf gutem Weg
