Kein AKW sicher genug

BUND veröffentlicht GRS-Gutachten zu Terrorgefahr für AKWs

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine vom Bundesumweltministerium angefertigte Zusammenfassung des Gutachtens der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) zu den Terrorgefahren für deutsche Atomkraftwerke ins Internet gestellt. Das Gutachten wurde bislang geheimgehalten. Bei Zeitungsredaktionen seien bereits Auszüge bekannt gewesen und von österreichischen Grünen-Politiker verbreitet worden, so der BUND. Das inzwischen ein Jahr alte Gutachten habe ergeben, dass der gezielte Absturz eines Verkehrsflugzeuges auf ein AKW einen Super-GAU verursachen könnte. Die Umweltorganisation will durch die Veröffentlichung auf die Risiken eines Weiterbetriebes der Reaktoren hinweisen.

"Terroristen sind in der Lage, an jedem Atomstandort in Deutschland einen Super-GAU auszulösen. Aufgrund der vielfach höheren Bevölkerungsdichte können seine Folgen weit katastrophaler sein als in Tschernobyl", sagte Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende.

Besonders gefährdet seien laut GRS-Gutachten die neun älteren Anlagen: Obrigheim, Stade, Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Phillipsburg 1, Neckar 1 und Unterweser. Bei diesen Reaktoren könne schon der Absturz eines kleineren Flugzeuges zu einer Katastrophe führen. Beim Absturz eines großen Flugzeug könnten aber auch die zehn neuern AKWs außer Kontrolle geraten.

Die Bundesregierung und die Bundesländer wüssten von der Gefahr und blieben dennoch eine Erklärung schuldig, welche Gegenmaßnahmen sie ergreifen wollen, kritisiert die Organisation. Stattdessen würden untaugliche Vorschläge wie das Einnebeln von Reaktoren bei einem Flugzeuganflug ventiliert. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf umfassend informiert zu werden, so die Forderung der Umweltschützer.

Zahrnt stellte heraus, dass den Verantwortlichen schon immer bekannt war, dass Terroristen eine Atomkatastrophe auslösen könnten, sei es durch Einschleusen von Personal oder durch Zerstörung von außen. Vorschriftsmaßnamen oder Nachrüstungen könnten diese Risiken nicht beheben.

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