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Friedensprozess im Kongo mit Flüchtlingshilfe unterstützt

Afrika

Während des laufenden Friedensprozesses im Ostkongo erhalten rückkehrende Flüchtlinge von der Deutschen Welthungerhilfe Unterstützung beim Wiederaufbau der Infrastruktur und bei der Wiederbelebung der landwirtschaftlichen Produktion. Im vergangenen Jahr war vor allem die Provinz Ituri infolge blutiger Massaker in die Schlagzeilen geraten. "Jetzt muss die Interimsregierung unter Präsident Kabila ihre Friedensbemühungen massiv verstärken und für diese Region tragfähige politische Lösungen finden ", betont Marcus Sack, Projektleiter der Welthungerhilfe in Bunia. Kabila trifft heute im Rahmen seiner ersten Europareise in Berlin ein. Bei der deutschen Regierung ersucht er vor allem um Hilfe für die Ausbildung von Polizei und Militär sowie Experten für die im nächsten Jahr vorgesehenen Wahlen.

Trotz des anhaltenden Friedensprozesses in der Demokratischen Republik Kongo (DRC), den WORLD VISION begrüßt, steuert das Land auf eine humanitäre Katastrophe zu. "Schätzungsweise vier Millionen Binnenflüchtlinge sind derzeit unterwegs. Von Seiten der Regierung gibt es kaum sichtbare Bemühungen, die Menschen wieder an ihren Heimatorten anzusiedeln", sagt WORLD VISION-Pressereferent Sönke C. Weiss, der gerade aus dem Kongo zurückgekehrt ist.

In den Grenzregionen zu Angola, im Westen des Landes, und nahe Sambia, im Südosten, sei die Lage besonders gravierend. "Tausende von Menschen, vor allem Kinder, leiden unter Mangelernährung, Malaria, Durchfallerkrankungen und Blutarmut, hervorgerufen durch Vitamin- und Mineralmangel. Es gibt kaum Medikamente; fast alle Hilfswerke haben die Regionen verlassen", sagt Weiss. Kein Tag sei vergangen, an dem er nicht Zeuge von Kindstod und Beerdigungen geworden sei.

Gemeinsam mit dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und dem Welternährungsprogramm (WFP) versucht WORLD VISION die Situation unter Kontrolle zu halten, was zunehmend schwieriger wird, da mehr und mehr Flüchtlinge aus Angola und Sambia zurückkehren. Durch die Verteilung von Saatgut und Werkzeugen will WORLD VISION den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben. "Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse und andauernder Regenfälle gestaltet sich dies aber als schwierig", sagt Weiss.

Ein ebenfalls immer größer werdendes Problem sei die Zahl der Aidskranken. "Nach Schätzungen der Vereinten Nationen ist die Infektionsrate in den zurückliegenden drei Jahren von 5 auf 10 Prozent gestiegen", berichtet Weiss. Ursache sei die Völkerwanderung innerhalb der DRC sowie die Rückkehr von Flüchtlingen aus Ländern mit einer bereits hohen Infektionsrate wie Sambia (30 Prozent). Weiss: "In den kommenden Monaten und Jahren wird sich HIV/Aids, wenn wir nicht gemeinsam handeln, wie ein Lauffeuer ausbreiten."

WORLD VISION arbeitet seit 1984 in der DRC. Die Projektgebiete liegen im Nord- und Südosten wie im Westen des Landes und nahe der Hauptstadt Kinshasa. Das Hilfswerk kooperiert mit den Kirchen des Landes sowie örtlichen Verbänden. Gelder für humanitäre Hilfsprogramme und langfristige Entwicklungsprogramme kommen von UN-Organisationen wie UNHCR, UNICEF, WFP und FAO sowie der Europäischen Union (ECHO) und der deutschen, holländischen wie irischen Regierung.

Die Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Volksgruppen haben allein in der rohstoffreichen Provinz Ituri seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 1997 rund 50.000 Opfer gefordert. Im vergangenen Jahr unterstützte die Welthungerhilfe dort 100.000 Familien auf der Flucht mit Nahrungsmitteln. Inzwischen erhalten Rückkehrer in Krisengebiete, die mit Hilfe der UN-Blauhelme vorläufig befriedet werden konnten, landwirtschaftliche Beratung und Saatgut.

Für den Wiederaufbau wichtiger lokaler Infrastruktur wie Straßen, Brunnen oder Schulen werden Teams gebildet, die aus Mitgliedern ehemals verfeindeter Ethnien zusammengesetzt sind. Wie bisherige Erfahrungen zeigen, werden Versöhnungsinitiativen lokaler Friedensgruppen dadurch verstärkt. Seit 1997 arbeitet die Deutsche Welthungerhilfe in der Demokratischen Republik Kongo. In den beiden Krisenregionen Nord-Kivu und Ituri führte sie bisher Projekte im Umfang von rund 20 Millionen Euro mit finanzieller Unterstützung von EU, ECHO und USAID durch.

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