Greenpeace deckt Holzschwindel auf
"Deutsches" Holz aus russischen Urwäldern
Das Holz trägt an der Stirnseite die rote Markierung "AR" von Sägewerken in Archangelsk im europäischen Teil Russlands. Ein Teil des Fichtenholzes stammt nach Greenpeace-Angaben aus dem Dvinsky-Urwald, einem der größten noch verbliebenen Urwälder Europas. "Das ist Betrug und doppelte Verbrauchertäuschung. Das Holz ist weder ökologisch erzeugt, noch stammt es aus Deutschland", sagt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge. "In Wahrheit wurde das Holz in den letzten Urwäldern Russlands eingeschlagen. Ein Fall für die Polizei."
Das deutsche Siegel vergibt der Holzabsatzfonds (HAF). Der HAF ist eine staatlich geförderte Marketingeinrichtung und steht unter der Aufsicht des Ministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL). Josef Rettenmeier, aus dessen Sägewerk das falsch gekennzeichnete Holz an die Baumärkte geliefert wurde, sitzt nach Informationen der Umweltschützer im Verwaltungsrat des HAF. "Verbraucher sollten nur Bauholz, Möbel, Fenster, Türen und Parkett mit dem Öko-Siegel FSC kaufen", empfiehlt Oliver Salge. Das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) garantiere, dass das Holz aus einer sozial und ökologisch nachhaltigen Waldnutzung stammt.
Im April 2003 hatte Greenpeace einen Verbraucherratgeber Holz & Papier veröffentlicht, der Fichtenholz als "kritisch" einstuft, weil nicht FSC-zertifizierte Fichte oft aus russischen Urwäldern stammt. Greenpeace rät in dem Ratgeber deshalb, nur FSC-zertifizierte Fichte zu kaufen.
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Am 09. Feb. 2004 unter:
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