Riesige Gen-Tomate in Berlin

Attac, BUND und BUNDjugend protestieren gegen Gentechnik in der Landwirtschaft

Mit einer fünf Meter großen Gen-Tomate haben Mitglieder des globalisierungskritischen Netzwerks Attac, des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der BUNDjugend am Montag auf dem Berliner Gendarmenmarkt eine bundesweite Protesttour gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel gestartet. Unter dem Motto "WTO: Hände weg von unserer Nahrung" wollen sie in den kommenden Wochen in 40 deutschen Städten gegen Gentechnik und die Rolle der Welthandelsorganisation (WTO) protestieren.

Mitte Mai 2003 klagten die USA zusammen mit Argentinien und Kanda gegen die WTO. Ziel dieser Klage ist die Aufhebung des Moratoriums, das zur Zeit die Neuzulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Europäischen Union verhindert. "Die USA instrumentalisieren die WTO, um Europa genmanipuliertes Essen aufzuzwingen", sagte Cornelia Reetz von Attac.

Attac und BUND fürchten, dass die USA nach einem Erfolg dieser Klage auch gegen die EU-weite Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel klagen könnten. "Die Welthandelsorganisation wird zum Handlanger der Gentechnik-Industrie und ignoriert die Wünsche der Verbraucher", kritisierte Daniel Mittler vom BUND.

Die Gentechnik in der Landwirtschaft berge viele Risiken, sagte Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin. Die Folgen der Gentechnik für Mensch, Tier und das Ökosystem seien viel zu wenig erforscht. Genmanipulierte Pflanzen könnten sich durch Pollenflug mit anderen Kultur- oder Wildpflanzen kreuzen. "Zur Bekämpfung des Welthungers nützen sie nichts." Von der Bundesregierung fordern Attac und BUND die Nachbesserung des Gentechnik-Gesetzes, damit gentechnikfreie Lebensmittel auch in Zukunft erzeugt werden können.

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