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Vorsicht - Frösche wandern wieder seit dem Wochenende

Artenschutz/Amphibien

Auch wenn der Winter nur langsam weicht und die nasse und trübe Witterung uns Menschen noch nicht so recht begeistert: für die Amphibienwelt bedeutet die Aussicht auf milde regnerische Witterung in den nächsten Tagen ideales Frosch-Frühlingswetter. Am Wochenende begann die Wanderung von Fröschen, Kröten und Molchen, teilte der Naturschutzbund Hessen mit (NABU). Biologische Untersuchungen haben gezeigt, dass eine große Zahl der Amphibien nur ein einziges Mal im Leben zur Fortpflanzung kommt - für den Naturhaushalt kommt es deshalb buchstäblich auf jedes Individuum an.

Der NABU bittet besonders auch Autofahrerinnen und Autofahrer um Aufmerksamkeit und Rücksicht: "Bitte fahren Sie im Bereich von Amphibienzäunen langsam, um die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer nicht zu gefährden. Dort, wo an Amphibienwanderwegen keine Zäune stehen, schont langsames Fahren die Tierwelt, denn häufig werden auf der Straße auch die Amphibien durch den Luftdruck getötet, die nicht direkt überrollt werden." Generell ist in den Auen der Fließgewässer und der Nähe von Feuchtgebieten nun verstärkt mit Amphibien zu rechnen.

Biologische Untersuchungen wiesen am Beispiel der Erdkröte (Bufo bufo) nach, dass ein großer Teil der Weibchen nur einmal im Leben zur Fortpflanzung ans Laichgewässer kommt (ca. 85 Prozent). Viele Tiere sterben entweder bereits auf dem Weg dorthin (oft durch Autoverkehr) oder an Entkräftung nach dem Ablegen der Eier. "Deswegen ist es um so wichtiger, etwas zum Schutz der Amphibien zu tun, Biotopzerstörung zu vermeiden und Verluste an Straßen möglichst gering zu halten," sagt Sibylle Winkel, Artenschutz-Expertin beim NABU Hessen, "denn für den Naturhaushalt zählt tatsächlich buchstäblich jedes einzelne Tier."

Während der Amphibienwanderung wachsen Kröten, Frösche und Molche für kurze Zeit über sich hinaus: sie sind in dieser Zeit bei Tag und Nacht aktiv, fressen nicht und reagieren nicht auf Feinde - als einzige Ziele haben sie das Laichgewässer und die Fortpflanzung im Sinn. Die Orientierung der Tiere erfolgt anhand von magnetischen, optischen und geruchlichen Informationen. Der Körper stellt sich so um, dass die wechselwarmen Tiere schon bei recht niedrigen Temperaturen von 5-6 °C aktiv werden können - normalerweise brauchen sie dazu Temperaturen von ca. 10-12 °C. Fortpflanzungsreif werden die Tiere frühestens ab dem 3. Lebensjahr; die Mehrzahl aller Tiere kommt im Alter von 4-5 Jahren zum erstenmal zum Ablaichen. Fällt eine große Zahl dieser Tiere dann dem Straßenverkehr zum Opfer, kann dies leicht das Erlöschen von Amphibienpopulationen zur Folge haben.

Wie jedes Jahr sind auch in 2004 zahlreiche ehrenamtliche Helfer des NABU im Einsatz, um Tausenden von Tieren an verkehrsreichen Straßen das Überqueren zu ermöglichen und damit die Existenz der Amphibien-Bestände zu sichern. Diese ehrenamtliche Arbeit ist auf zahlreiche Helferinnen und Helfer angewiesen. Der NABU informiert deshalb auch im Internet auf Sonderseiten über das bundesweite Wandergeschehen, besondere Ereignisse und seltene Arten.

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