Regenwald in Gefahr
Umweltorganisationen fordern mehr Urwaldschutz in Norwegen
Aktueller Hintergrund ist der Streit um ein Waldgebiet an der regenreichen Fjordküste Norwegens auf der Höhe von Trondheim. Der dortige boreale Regenwald ist der einzige Regenwald in Europa und wegen seiner ungeheuren Vielfalt an Baumflechten ökologisch sehr bedeutsam. Nach Angaben von Pro Regenwald sind bereits 80 Prozent der ursprünglich vorhandenen Regenwälder der Region zerstört. Trotzdem wurde im vergangenen Jahr damit begonnen, ihn kahl zu schlagen. Erst nach Protesten norwegischer und deutscher Waldschutzorganisationen wurden die Arbeiten unterbrochen.
An der anschließenden Diskussion vor Ort war neben einem Vertreter der deutschen Umweltorganisationen auch der Axel Springer Verlag als einflussreicher Kunde norwegischen Papiers beteiligt. Aufgrund der Gespräche entschieden die Waldbesitzer, die Fällarbeiten vorerst nicht wieder aufzunehmen. Sie erwarten allerdings von der norwegischen Regierung einen finanziellen Ausgleich für einen dauerhaften Verzicht.
"Norwegen ist wegen seiner Ölvorkommen eines der reichsten Länder Europas", so Rudolf Fenner, Waldreferent bei Robin Wood. Trotzdem leiste Norwegen noch weniger als seine skandinavischen Nachbarn für den Urwaldschutz. "Die norwegische Regierung muss jetzt handeln, damit die letzten Urwälder Europas nicht unwiederbringlich verloren gehen."
Norwegens Waldbesitzer haben sich bei der Zertifizierung ihrer Wälder für das höchst umstrittene, pauschal vergebene Branchensiegel des Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) entschieden. Umweltorganisationen weisen seit Jahren darauf hin, dass unter diesem Pseudo-Ökosiegel auch Urwälder zerstört werden - nicht nur in Norwegen, sondern auch im übrigen Skandinavien.
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