"Falsch verstandene Toleranz"

Frauenministerin Schmidt für Kopftuchverbot

Bundesfrauenministerin Renate Schmidt (SPD) hat erstmals öffentlich ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen befürwortet. "Ich würde als Mutter nicht wollen, dass meine Kinder von einer Lehrerin mit einem Kopftuch unterrichtet werden, auch wenn sie Mathematik gibt", sagte Schmidt dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Das Kopftuch könne religiös motiviert, es könne aber auch politisch sein oder ein Symbol für die Unterdrückung von Frauen. "Insbesondere in den beiden letzten Fällen hat das Kopftuch bei einer Lehrerin, aber auch bei einer Staatsanwältin oder Richterin nichts verloren", sagte Schmidt. Das Kopftuch zu erlauben, sei "falsch verstandene Toleranz"

Sie müsse der baden-württembergischen Kultusministerin Annette Schavan (CDU) im Prinzip Recht geben, sagte die SPD-Politikerin. Schaven hatte als erste einen Gesetzentwurf vorgelegt, der muslimischen Lehrerinnen den Unterricht mit Schleier verbietet. Diesen formalen Weg hatte das Bundesverfassungsgericht in seinem Kopftuch-Urteil vom September 2003 gewiesen.

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