Gegen eigene Zusage gehandelt
Deutsche Post verkauft Papier aus Tropenwaldzerstörung
ROBIN WOOD ließ bei der Post gekauftes, weißes Kopierpapier (Pakete zu 500 Blatt, ohne Hersteller- und Herkunftsangaben) untersuchen. Es enthielt überwiegend tropisches Hartholz aus natürlichen Wäldern ("mixed tropical hardwoods"). Die Umweltorganisation war bereits im vergangenen Jahr auf die Post aufmerksam geworden, weil der Logistik-Riese Papier des indonesischen Zellstoffkonzerns APRIL verkaufte. In Indonesien zerstört APRIL ohne Rücksicht auf die Bevölkerung vor Ort die letzten Urwälder, um seine völlig überdimensionierten Zellstoff-Fabriken auszulasten. Nach Protesten gelobte die Post damals Besserung und bekräftigte im Juni 2003 schriftlich: "Dies bedeutet, dass keine Papiere aus Regenwald, Kahlschlag oder schützenswerten Urwäldern eingekauft werden. Ist eine Nachverfolgbarkeit über die komplette Zellstoffkette nicht möglich, wird der Konzern künftig entsprechende Produkte aus dem Sortiment nehmen."
"Die Post unterstützt durch den Handel mit Raubbau-Produkten die Zerstörung der Regenwälder. Sie tut dies trotz öffentlicher Warnungen und wider besseres Wissen, obwohl es ökologische Alternativen gibt", sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD. "Wir erwarten von der Post, dass sie ihren Fehler sofort korrigiert, auf ein ökologisches Papiersortiment umsteigt und Recyclingpapier anbietet." Nirgendwo sonst auf der Welt würde der Regenwald so schnell vernichtet wie zurzeit in Indonesien. Kein anderes Land in den Tropen zerstöre mehr Regenwald für die Papierproduktion als Indonesien.
Die Folgen dieses Raubbaus hat ROBIN WOOD im Januar 2004 vor Ort auf Sumatra recherchiert und dokumentiert. Um das Geschäft mit der Tropenwaldvernichtung zu unterbinden, macht ROBIN WOOD Druck auf hiesige Handelsketten. Karstadt hat nach ROBIN WOOD-Protesten indonesisches Papier aus dem Sortiment genommen.
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