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Aids-Situation in Deutschland bereitet Gesundheitsexperten Sorge

Risikobewusstsein nimmt ab

Gesundheitsexperten schlagen angesichts der zunehmenden Sorglosigkeit gegenüber der Immunschwächekrankheit Aids Alarm. Insbesondere das Risikobewusstsein homosexueller Männer sei in den vergangenen Jahren erheblich gesunken, teilten das Robert Koch Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am Mittwoch in Berlin mit. "Diese Entwicklung bietet Anlass zur Sorge und muss ernst genommen werden", sagte Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch Instituts.

Im Jahr 2003 registrierte das Institut 1950 Neuinfizierungen, 41 Prozent davon bei homosexuellen Männern. Die neuen Fälle konzentrieren sich vor allem auf die Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main. Auch die Zahl von Syphillisinfektionen sei erheblich gestiegen, betonten die Gesundheitsexperten. Obwohl in Deutschland die grundsätzliche Bereitschaft zum Schutz mit Kondomen vorhanden sei, seien viele Menschen "bereit, ein höheres Risiko einzugehen", sagte Osamah Hamouda, Leiter des Fachgebiets Sexuell übertragbare Infektionen am Robert Koch Institut.

Vor allem in riskanten Situationen gehe die Kondomnutzung zurück, fügte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, hinzu. Zu Beginn neuer Sexualbeziehungen verwendeten nur noch 73 Prozent der Alleinlebenden unter 45 Jahren Kondome, im Jahr 2000 waren es noch 78 Prozent. Auch bei sexuellem Kontakt mit Urlaubsbekanntschaften würden seltener Kondome benutzt. Erfreulich sei hingegen, dass 62 Prozent der Frauen stets Kondome bei sich führten.

Kurth übte scharfe Kritik an der Pharmaindustrie. Deren Werbung für Mittel zur Bekämpfung von Aids erwecke den Eindruck, die Krankheit könne geheilt werden. "Dadurch werden HIV-Infektionen verniedlicht. Aber Aids ist kein Schnupfen", sagte Kurth. In Deutschland sind 43 000 Menschen mit HIV infiziert, 33 500 davon sind Männer. Im Jahr 2003 starben etwa 600 Menschen an der Krankheit.

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