Stiftung Marktwirtschaft
Null-Vergütung statt Ausbildungsplatzabgabe
Wenn Unternehmen nicht ausbilden, dann deshalb, weil sich die Ausbildung von Jugendlichen für sie nicht lohne. Heute seien die Kosten eines Ausbildungsplatzes im Durchschnitt gut doppelt so hoch wie der Wert der Arbeitsleistung des Auszubildenden. Die Unternehmen würden je Ausbildungsplatz pro Jahr im Durchschnitt über 8000 Euro Verlust machen. Wie Schule und Hochschulstudium sei die berufliche Ausbildung zuallererst ein Vorteil für den Jugendlichen. Studenten würden auch nicht dafür bezahlt, dass sie studieren. Außerdem fordert Gerken eine deutliche Flexibilisierung der seiner Ansicht nach zu rigiden und oft veralteten Vorschriften in den Ausbildungsordnungen.
Nach Helmut Pütz, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), ist dagegen eine entscheidende Voraussetzung zur Versorgung der Jugendlichen mit einer ausreichenden Zahl betrieblicher Ausbildungsplätze die Schließung der "Gerechtigkeitslücke" zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben. Erforderlich seien dazu entsprechende Vereinbarungen über einen finanziellen Ausgleich auf regionaler und Branchen-Ebene.
Auch bei einer allmählichen wirtschaftskonjunkturellen Erholung werde die Tendenz zur Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen andauern. Als dauerhafte Ergänzung - nicht als Alternative - zum Dualen System schlägt er daher die Umsetzung des Konzepts einer arbeitsteiligen Berufsausbildung nach dem "Sandwich-System" vor. Bei diesem Ausbildungsmodell wechseln sich lange betriebliche Ausbildungsphasen mit vollzeitschulischen Ausbildungsphasen in Berufsfachschulen ab und enden mit einer Kammerabschlussprüfung.
Die FDP will die von der Bundesregierung geplante Ausbildungsplatzabgabe notfalls mit einer Verfassungsklage zu Fall bringen.
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Am 03. Mär. 2004 unter:
arbeitStichworte:
« Frauen verdienen 30 Prozent weniger
Strafbefehl gegen "Körperwelten"-Erfinder »

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