Elbausbau

Falsche Zahlen angegeben

Beim umstrittenen Bau von Staustufen in der Tschechischen Republik hat das Bundesverkehrsministerium von Manfred Stolpe Prag offenbar mit falschem Zahlenmaterial versorgt. Das ergaben Recherchen der Umweltorgansiationen ARNIKA, ERN und dem Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND). In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel wird berichtet, dass Berlin den Tschechen versicherte, auf deutscher Seite habe der Fluss "eine Wasserstraßentiefe von 1,60 Metern an durchschnittlich 345 Tagen im Jahr". Nach amtlichen Unterlagen beträgt die Fahrrinnentiefe allerdings lediglich 1,40m an nur 276 Tagen im Jahr. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass der Bau der geplanten Elbestaustufen Male Brezno und Prostredni Zleb an der tschechisch-deutschen Grenze keinen wesentlichen Einfluss auf die Schiffbarkeit der Elbe in der Relation Prag -Hamburg haben würde.

Die an die Tschechen weitergegebene Zahl aus Berlin gilt Befürwortern des Projekts in Tschechien als wichtiges Argument für die Staustufen in Grenznähe, deren Bau noch im Frühjahr vom tschechischen Abgeordnetenhaus beschlossen werden soll.

Nur wenn der Fluss von Hamburg bis Tschechien für größere Schiffe befahrbar ist, lohnt es sich, ihn auch in Tschechien zu vertiefen. Nach Zahlen des Bundesverkehrsministeriums aber ist die Elbe auf deutscher Seite zwischen tschechischer Grenze und Magdeburg im Schnitt nur an 276 Tagen jährlich gerade mal 1,40 Meter tief. Damit rentiert sich der von der EU-Kommission und vom deutschen Umweltministerium heftig kritisierte Bau kaum noch. "Die falschen Zahlen sind inzwischen das letzte Argument für die Staustufen", klagt Ernst Paul Dörfler vom BUND.

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