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30. Anti-Jagd-Demonstration in Berlin am 6.3.2004

Tierschutz

"Wildtiere" wie Hasen, Wildschweine und Füchse laufen über den Kudamm und mahnen: "Alle 6 Sekunden stirbt in Deutschland ein Tier durch Jägerhand". Angeführt von dumpfen Trommeltönen tragen schwarz gekleidete Sargträger symbolisch fünf Millionen Tiere zu Grabe, die jährlich den Hobby-Jägern zum Opfer fallen. Grünberockte Waidmänner zerbrechen ihre Gewehre und verkünden auf Plakaten: "Ich töte nie mehr!" Es ist wieder der 1. Samstag im Monat, Anti-Jagd-Demo in Berlin.

Zur "Jubiläumsdemo", der 30. Demonstration für die Abschaffung der Jagd am 6. März auf dem Kudamm, werden besonders viele Mitstreiter erwartet: "Größere Gruppen aus ganz Deutschland, aber auch unsere Freunde aus den Nachbarländern haben sich angesagt", so der Biologe Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. "Jeder, der ein Herz für Tiere hat, ist aufgerufen, den verfolgten und gequälten Tieren in unserer Natur seine Stimme zu geben!"

Doch schon alleine die aktuellen Meldungen über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen würden ein sofortiges Jagdverbot rechtfertigen: Von den Jägern, ihren Waffen und Fallen gehe nicht nur eine unsagbare Bedrohung für wild lebende Tiere aus - über 5 Millionen Tiere werden Jahr für Jahr Opfer der Waidmänner -, sondern es bestehe Lebensgefahr für Spaziergänger, Autofahrer, Kinder, Haustiere - und sogar die Jäger selbst.

Die Jagdgegner bleiben dran: Seit Oktober 2001 kommen an jedem 1. Samstag im Monat Tier- und Naturschützer der verschiedensten Initiativen, Vereine und Verbände aus der gesamten Bundesrepublik und aus Österreich, Holland, Luxemburg, Polen, Slowenien, Italien und der Schweiz zur Anti-Jagd-Demo in die Bundeshauptstadt. Bereits zwei Mal im August 2002 und 2003 - wurde das Internationale Symposium "Natur ohne Jagd" in der Berliner Technischen Universität ausgerichtet.

International renommierte Fachleute machten deutlich: Es gibt keine ökologische oder biologische Rechtfertigung für die Jagd. Ganz im Gegenteil: Jagd schadet der Natur und schädigt das Gleichgewicht. Der Beweis: Jagdfreie Gebiete in Europa kennen keine Überpopulationen. Die politischen Grundlagen und Chancen haben sich seit der ersten Berliner Anti-Jagd-Demo entscheidend gewandelt: Der Tierschutz wurde als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen. "Wir werden das Jagdrecht unter Berücksichtigung einer naturnahen Waldbewirtschaftung und unter Tierschutzaspekten novellieren", schrieb die Bundesregierung nach der Wahl 2002 in ihrem Koalitionsvertrag fest.

Eicher fordert nicht nur die Einlösung des Wahlversprechens. "Die Regierung nun die Chance, der Bevölkerung einmal etwas zu geben: mehr Tierschutz führt zu gesteigerter Lebensqualität. Umfragen zeigen, das über 70-80 Prozent der Deutschen das blutige Hobby 'Jagd' ablehnen." Die 30. Anti-Jagd-Demo startet am Samstag um 12 Uhr am Adenauerplatz und führt über den Kurfürstendamm. Von 13-14 Uhr findet vor der Gedächtniskirche eine große Kundgebung statt, zu der sich Redner verschiedener Tierschutzorganisationen angekündigt haben.

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