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Protest und Boykott-Aufruf gegen Vattenfall wegen Braunkohle

Bewag- und HEW-Kunden sollen wechseln

Aus Protest gegen die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall, eine ökologisch wertvolle Teichlandschaft in der Lausitz für den Braunkohletagebau Cottbus-Nord zu zerstören, haben AktivistInnen von Robin Wood und Naturschützer aus dem betroffenen Ort Lacoma vor der Berliner Konzernzentrale von Vattenfall demonstriert. Robin Wood-Aktivisten erklommen das Vattenfall-Gebäude und entrollten dort ein Transparent mit dem Slogan: "So viel Natur für so wenig Kohle? - Rettet Lacoma! Energiewende jetzt!" Die Umweltschützer fordern Stromkunden des Konzerns, zu dem die Berliner Bewag und die Hamburger HEW gehören, zu einem Wechsel zu Ökostromanbietern auf. Unterdessen brachen zwei Bewohner der Braunkohlen-Region ihren Hungerstreik ab, wie es hieß aus gesundheitlichen Gründen.

Die 26-jährige Frau und der 22-jährige Mann hatten seit 41 Tagen die Nahrungsaufnahme verweigert.

"Als StromkundInnen können wir Vattenfall zeigen, dass uns der Preis für den Strom zu hoch ist, wenn dafür ökologisch einmalige Landstriche ruiniert, gewachsene Lebenszusammenhänge zerstört und das Klima enorm belastet wird", begründet Ute Bertrand von Robin Wood den Boykott-Aufruf. Ökostrom gibt es bereits zu Preisen, die teilweise deutlich unter den Standard-Tarifen der ehemaligen Monopolversorger liegen.

Braunkohle liefert in Deutschland rund zehn Prozent des Primärenergieverbrauchs, aber 20 Prozent des Kohlendioxidausstoßes. Trotz seiner hohen Klimaschädlichkeit beträgt der Anteil der Braunkohleverstromung am deutschen Energiemix noch immer 27 Prozent. "Auch der klägliche Kompromiss zum Emissionshandel bringt keine Energiewende", kritisiert Robin Wood. Trotzdem gehe er Vattenfall noch immer nicht weit genug. Der Konzern wolle erreichen, dass alle Investitionen zur Modernisierung seiner alten Braunkohlekraftwerke ab 1990 - und nicht wie jetzt vorgesehen ab 1996 - bei der Zuteilung der Abgaszertifikate berücksichtigt werden.

Das umstrittene Gebiet in der Lausitz, das den Baggern zum Opfer fallen soll, ist Lebensraum für zahlreiche unter Schutz stehende Arten wie Rotbauchunke und Eremitenkäfer. Das Areal ist mittlerweile auch als europäisches FFH-Schutzgebiet gemeldet. Nach EU-Recht gilt deshalb seither ein so genanntes "Verschlechterungsverbot", das den Schutz der Arten gewährleisten soll. Trotzdem schafft Vattenfall nach Berichten verschiedener Umweltschutzorganisationen Fakten durch Vorbereitungsarbeiten für den Tagebau. So werde vor allem durch die Absenkung des Grundwassers der Zustand des Gebietes bereits jetzt beeinträchtigt. Außerdem läuft ein Planfeststellungsverfahren zur geplanten Beseitigung der Teiche, dessen Ergebnis abgewartet werden müsste. Naturschützer fordern daher den vollständigen Stopp der Tagebau-Vorbereitungen.

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