Mehr als Steuerreform-Ersparnis

Haushalts-Strompreise um fünf Milliarden Euro jährlich überhöht

Die Effekte der Steuerreform vom Januar dieses Jahres werden nach Berechnungen der Verbraucherzentralen durch die Strompreise wieder zunichte gemacht. "Wir haben kalkuliert, dass die privaten Haushalte allein im vergangenen Jahr fünf Milliarden Euro zu viel für ihren Strom bezahlt haben. Das entspricht der Entlastung der Haushalte durch das Vorziehen der Steuerreform", sagte die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Edda Müller, der "Berliner Zeitung".

Das Geld, das der Staat den Verbrauchern lasse, fließe also in die Taschen der Stromkonzerne und nicht in den allgemeinen Konsum. "Da muss sich niemand wundern, dass die Konjunktur nicht anspringt", sagte Müller.

Den großen Stromkonzernen EON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW warf Müller vor, sich aufzuführen "wie in einem Selbstbedienungsladen". Die Unternehmen hätten im großen Stil Stadtwerke aufgekauft, legten die Bedingungen für die Nutzung ihrer Netze selbst fest und hielten sich somit Konkurrenten vom Hals. "Der private Verbraucher ist weitgehend machtlos und kann kaum noch zu unabhängigen Anbietern wechseln. Beim Strom ist der Wettbewerb faktisch zum Erliegen gekommen", sagte Müller.

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