Nicht "subventionsfrei"
EU-Zucker-Subventionen behindern Entwicklungsländer
Europas Zuckermarktordnung belohne die massive Überproduktion von Zucker durch große Firmen und reiche Bauern und führe zu Instabilität auf dem Weltmarkt. Dies verschlimmere die Armut in den Entwicklungsländern, erklärt Oxfam.
Zu den im neuen Oxfam-Bericht "Überzuckert!" namentlich genannten Firmen gehören Südzucker aus Deutschland, Beghin Say aus Frankreich und Tate and Lyle aus Großbritannien. Nach Oxfams Schätzungen erhalten diese Firmen 201, 236 beziehungsweise 158 Millionen Euro an Exportsubventionen von der EU. Die EU sei nicht, wie selbst behauptet, ein "subventionsfreier Exporteur", kritisiert Oxfam. Die neue Studie weise nach, dass die EU in Wirklichkeit der größte Subventionszahler der Welt sei und jedes Jahr etwa fünf Millionen Tonnen Zucker auf den Weltmarkt werfe. Brasilien und Thailand verlören durch dieses Preisdumping jährlich schätzungsweise 494 beziehungsweise 151 Millionen Dollar, so Oxfam.
Die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) haben begrenzten Zugang zum EU-Markt im Rahmen der Initiative "Alles außer Waffen". Der Bericht von Oxfam jedoch enthüllt, dass die gesamte jährliche Quotenzuteilung an 49 LDCs lediglich dem Verbrauch von drei Tagen in der EU entspricht. Drei der ärmsten Länder der Welt, Mosambik, Malawi und Äthiopien, hätten wegen dieser begrenzten Quoten seit 2001 238 Millionen Dollar an potentiellen Einnahmen durch Zucker verloren.
Der Oxfam-Bericht fordert Reformen, die das Dumping von EU-Exporten beenden. Europa müsse seine Zuckerproduktion reduzieren und den Zugang zu Europas Märkten für die am wenigsten entwickelten Länder zu fairen Preisen verbessern. Darüber hinaus müssten Anstrengungen zum Schutz der AKP-Länder - Afrika, Karibik, Pazifik - und kleiner Zuckerbauern im Norden unternommen werden.
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Am 14. Apr. 2004 unter:
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