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Samstag bundesweit Aktionen gegen Gentechnik-Lebensmittel

Kennzeichnungspflicht ab Sonntag

Gentechnik-Gegner rufen für Samstag bundesweit zu Aktionen vor Supermärkten auf. Obwohl die am Sonntag in Kraft tretende Kennzeichnungsrichtlinie für genetisch veränderte Lebensmittel eine deutliche Verbesserung zu den bisherigen Regelungen darstelle, würden den VerbraucherInnen noch immer wichtige Informationen vorenthalten. Das Netzwerk "geNOfood" will mit den Aktionen Handelsketten und Lebensmittelproduzenten dazu bringen, auch bei nicht kennzeichnungspflichtigen Lebensmitteln wie Milch, Wurst und Eiern auf den Einsatz von Gentechnik zu verzichten.

Am Sonntag tritt die EU-Kennzeichnungsverordnung für Genfood in Kraft. Alle Lebensmittel, in denen mehr als 0,9 Prozent gentechnisch manipulierte Inhaltsstoffe enthalten sind, müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Davon ausgenommen sind jedoch alle Fleisch-, Milchprodukte sowie Eier von Tieren, die mit genmanipulierten Pflanzen gefüttert wurden.

"Wir sehen es als ein Erfolg der Verbraucherinnen und Verbraucher, dass auch ab dem 18. April kaum Lebensmittel in den Supermärkten zu finden sein werden, die als 'gentechnisch verändert' gekennzeichnet sind", sagt Thomas Janoschka von geNOfood. Damit hätten die Supermärkte und alle großen Nahrungsmittelproduzenten auf die breite Ablehnung der VerbraucherInnen gegen Genfood reagiert, indem sie ihr Angebot auf kennzeichnungsfreie Ware umstellten. Die bisher abgegebenen Verzichtserklärungen des Handels und der Produzenten bezögen sich aber ausdrücklich nur auf kennzeichnungspflichtige Lebensmittel. "Fleisch-, Milch- und Eierprodukte werden an die ahnungslosen VerbraucherInnen gebracht und damit der Gentechnik in der Landwirtschaft zum Durchbruch verholfen", kritisiert das Bündnis. Denn bislang lande der größte Teil der importierten genmanipulierten Saaten wie Soja in den Futtertrögen. Daran ändere auch die verschärfte Kennzeichnung nichts.

"geNOfood" will am Samstag auf die Lücken in der Kennzeichnungspflicht hinweisen. Die AktivistInnen wollen den Druck auf Lebensmittelhandel und Lebensmittelindustrie verstärken, um zu erreichen, dass die Supermarktregale und damit die Felder gentechnikfrei bleiben bzw. werden. Außerdem wollen sie die Zusammenhänge zwischen Gentechnik und Umweltzerstörung, Globalisierung und Welthandel, Profitinteressen und Ausbeutung deutlich machen.

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