Nur Internet Explorer betroffen
Verbraucherschützer warnen vor betrügerischen Dialer-Rechnungen
Offensichtlich über die bei der Einwahl übetragene Rufnummer ermittelten die Firmen dann die Anschrift des Anschlussinhabers. Versender der aktuellen Rechnungswelle sei einmal eine Firma mit Münchener Postfachadresse, die einen "Erotikdienst" anbieten wolle. Ferner gebe es Rechnungen für eine "gebührenpflichtige Serviceleistung" in Form eines "Monatszugangs: Internet Portal Flatrate". Die der Verbraucherzentrale bekannten Rechnungsempfänger konnten sich die Rechnung nicht erklären und sind sich sicher, keine entsprechenden Abo-Verträge online abgeschlossen zu haben.
Die Verbraucherschützer vermuten, dass diese Firmen mit derselben Masche vorgehen, wie zuvor schon die "Hanseatische Abrechnungssysteme GmbH" (HAS). Dieser Firma hatte die zuständige Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) Anfang März jede Rechnungsstellung für ihre Dialer-Einwahlen über eine Frankfurter Nummer verboten. Außerdem verfügte die RegTP, dass die Rechnungen der HAS rückwirkend seit dem 15. August 2003 nicht bezahlt werden müssen. Seit diesem Tag gilt ein verschärftes Gesetz gegen Betrug mit den sogenannten Mehrwertdiensten, das aber nach Einschätzung von Fachleuten noch viele Lücken für kriminelle Machenschaften lässt.
Die jetzt aufgefallenen Rechungsversender verwenden nach Informationen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein verschiedene sich über 01805-Nummern einwählende Dialer-Programme und umgehen damit die von etlichen Firmen und Privatpersonen eingerichteten Sperren der Nummerngassen 0190 und 0900.
Wer sicher ist, im Internet keinen "Abo-Vertrag" mit dem Absender der Rechnung geschlossen zu haben, braucht nach Auffassung der Verbraucherzentrale die erhaltenen Rechnungen nicht zu bezahlen. Betroffene sollten die Regulierungsbehörde informieren und sich bei Fragen an die Beratungsanwälte der Verbraucherzentralen wenden, so die Empfehlung.
Von Betrügereien mit sich unbemerkt installierenden Dialern sind nur Nutzer des Microsoft Internet Explorer betroffen. Andere Browser wie Opera, Mozilla oder dessen kommerzielle Variante Netscape weisen keine derartigen Sicherheitslücken auf, die sich auch andere Kriminelle wie Virenprogrammierer oder Ersteller von Spionage- und Sabotageprogrammen zu Nutze machen. Auch Nutzer anderer Betriebssysteme als Microsoft Windows - etwa Linux oder MacOS - sind nicht durch automatische Einwahlen gefährdet.
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