Weniger Tote, mehr Alkopops

Alkohol und Zigaretten gehören zu den gravierendsten Drogen-Problemen

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD), hat am Donnerstag in Berlin den Drogen- und Suchtbericht vorgelegt. Die wichtigsten Inhalte:

DROGENTOTE: Im Jahr 2003 starben in Deutschland 1477 Menschen am Konsum illegaler Drogen. Die Todesfälle haben damit nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2002 um 17,5 Prozent erneut um 2,4 Prozent abgenommen. Damit ist der niedrigste Stand seit 1989 erreicht.

TABAK: Der Anteil der Raucher in der Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. 37 Prozent Raucher gab es noch 1997, 2003 waren es 34 Prozent. 25 Prozent (11,3 Millionen) sind den riskanten Rauchern zuzurechnen, die sich sechs oder mehr Zigaretten am Tag anzünden. Durch Tabakkonsum sterben jährlich mehr als 110 000 Menschen vorzeitig. Die Bundesregierung hat neben der Erhöhung der Tabaksteuer und Warnhinweisen von den Zigarettenschachteln mehrere Initiativen gestartet, um den Anteil der Nichtraucher zu erhöhen. Für Raucher gibt es eine Beratungs-Hotline (01805/31 31 31, 12 Cent pro Minute aus dem Festnetz).

ALKOHOL: Im Vergleich zu 1997 und 2000 ist vergangenes Jahr bei Männern wie auch bei Frauen der Konsum von Bier, Wein, Sekt und Spirituosen zurückgegangen. In allen Bereichen liegen die Männer beim Konsum weit vor den Frauen. So sind 78 Prozent der Männer Biertrinker, von den Frauen mögen den Gerstensaft nur 39 Prozent. Allerdings werden die Alkoholkonsumenten immer jünger. Die so genannten Alkopops sind bei den unter 18-Jährigen zum beliebtesten alkoholischen Getränk aufgestiegen. Die Zahl der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingelieferten Jugendlichen stieg zwischen 2000 bis 2002 um 26 Prozent.

CANNABIS: Die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland ist Cannabis. Annähernd jeder Zweite der 18- bis 24-Jährigen in West- und Ostdeutschland hat die Substanz schon mindestens ein Mal zu sich genommen; von den 18- bis 59-Jährigen jeder Vierte.

ECSTASY: 2,4 Prozent der Befragten zwischen 18 und 59 Jahren gaben an, in ihrem Leben mindestens ein Mal Ecstasy konsumiert zu haben. Unter jungen Leuten wird die Designerdroge in großem Umfang konsumiert. Allerdings sind laut Caspers-Merk in der Szene die Gefahren inzwischen besser bekannt.

OPIATE: Der Konsum von Heroin, Methadon, Codein, Opium und Morphium ist in der Bevölkerung wenig verbreitet. Etwa 1,4 Prozent der Bundesbürger zwischen 18 und 59 Jahren haben im Laufe ihres Lebens Erfahrung mit Opiaten gemacht.

KOKAIN: Drei Prozent der 18- bis 59-Jährigen haben in ihrem Leben mindestens ein Mal Kokain genommen. Nach einem Anstieg der Konsumenten des Rauschgifts in den 90er Jahren ist die Zahl seit 2000 etwa konstant geblieben.

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