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Mangel an wirksamen Medikamenten gegen Malaria befürchtet

Afrika-Malaria-Tag

Anlässlich des Afrika-Malaria-Tages am 25. April warnt die Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN vor einem drohenden Mangel an wirksamen Medikamenten. Zwar können neue und schnell wirksame Kombinationspräparate auf der Basis des Wirkstoffs Artemisinin (ACT) inzwischen in vielen afrikanischen Ländern eingesetzt werden. Doch ÄRZTE OHNE GRENZEN zufolge werden dringend Gelder benötigt, damit diese Arzneimittel auch in ausreichender Menge produziert werden. Noch immer sterben ein bis zwei Millionen Menschen jährlich an Malaria.

"Die neuen Artemisinin-Kombinationspräparate bringen wirklich Hoffnung nach Afrika: Immer mehr Länder, in denen die Resistenzen gegenüber den herkömmlichen Malariamedikamenten sehr hoch sind, verwenden sie und erzielen damit ausgezeichnete Ergebnisse", sagte der Arzt Jean-Marie Kindermans, Malaria-Experte von ÄRZTE OHNE GRENZEN . "Doch internationale Geldgeber und Hersteller müssen jetzt etwas unternehmen, um den drohenden Versorgungsengpass mit ACT zu verhindern."

Der Wirkstoff wird aus einer Pflanze namens Artemisia annua gewonnen. Nur rechtzeitige Bestellungen garantieren, dass genügend davon angebaut wird, um auf den steigenden Bedarf für nächstes Jahr angemessen reagieren zu können. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden im kommenden Jahr 132 Millionen ACT-Behandlungen benötigt, davon 92 Millionen in Afrika. Die nächste Pflanzsaison beginnt im Dezember, deshalb müssen heute die Produzenten ermutigt werden, mehr anzubauen.

ACT wird in Asien bereits seit zehn Jahren eingesetzt, jedoch erst seit kurzem in afrikanischen Ländern. Die Medikamente sind ein entscheidender Teil der so genannten "Roll Back Malaria-Strategie", die die WHO zur Bekämpfung der Malaria ins Leben gerufen hat. Bislang haben 14 afrikanische Länder ihre nationalen Behandlungsprotokolle offiziell auf ACT umgestellt, fünf Länder verwenden die Medikamente bereits in ihren öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Viele weitere Länder sind derzeit dabei, ihre Behandlungsprotokolle in Richtung ACT zu überprüfen.

Seit Oktober behandelt ÄRZTE OHNE GRENZEN Malaria-Patienten mit ACT, wo immer dies möglich ist. Derzeit erhalten rund 50 Prozent aller Malaria-Patienten, die von der Organisation behandelt werden, die Kombinationspräparate. In Afrika behandeln die Teams etwa 3.000 Malaria-Patienten pro Tag, das heißt mehr als 1,1 Millionen jährlich. Neben der flächendeckenden Einführung von ACT fordert ÄRZTE OHNE GRENZEN mehr Mittel zur Forschung und Entwicklung neuer Malaria-Medikamente.

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