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Proteste bei Einweihung der neuen Vattenfall-Zentrale in Cottbus

Strafanzeige gegen Energiekonzern

Unter dem Motto "Vattenfall kommt - Lacoma bleibt! Neue Energien nutzen" haben UmweltschützerInnen am Freitag Nachmittag während der Einweihung der neuen Vattenfall-Zentrale in Cottbus für den Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft und eine Wende in der Energiepolitik demonstriert. Erst vor wenigen Tagen hatte der Naturschutzverband Grüne Liga Strafanzeige gegen Vattenfall gestellt, da der Konzern Lacomaer Teichlandschaft schädigt und durch den Braunkohletagebau Cottbus-Nord bedroht. "Etwa sechs Kilometer von der neuen Konzernzentrale entfernt arbeitet Vattenfall auf die Zerstörung des landschaftlich wertvollsten Cottbuser Stadtteils hin. Das ist für uns nicht hinnehmbar!", begründet Daniel Häfner, Sprecher der "Freunde von Lacoma" die Aktion.

Die Lacomaer Teiche sind als europäisches Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gemeldet. Obwohl der Zustand eines solchen Gebietes nicht verschlechtert werden darf und bisher keinerlei naturschutzrechtliche Genehmigungen vorliegen, senkt Vattenfall das Grundwasser im Gebiet ab und leitet ungereinigtes Grubenwasser in die Teiche. Im März vernichtete Vattenfall ein Winterquartier der besonders streng geschützten Rotbauchunke, wobei vermutlich hunderte Tiere zu Tode kamen. "Wir haben Strafanzeige gegen Vattenfall gestellt und werden uns weiter konsequent gegen solche Rechtsverletzungen zur Wehr setzen", sagt René Schuster von der Grünen Liga.

Die Zerstörungen sollen vorgenommen werden, obwohl sich die Rentabilität der Braunkohleverstromung ohnehin langfristig verschlechtern wird - trotz aller Bemühungen des Energiekonzerns Vattenfall, die Regelungen zum Emissionshandel zu eigenen Gunsten zu beeinflussen. Das Kraftwerk Jänschwalde, in dem die Braunkohle, die unter Horno sowie unter den Lacomaer Teichen liegt, verstromt werden soll, ist deutschlandweit einer der größten Emittenten von Kohlendioxid. Allein das Kraftwerk Jänschwalde pustet jährlich 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft. Das entspricht etwa vier Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands.

Die Braunkohleverstromung ist die klimaschädlichste Art der Stromerzeugung. Sie erzeugt insgesamt 20 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen, obwohl sie nur zehn Prozent des Primärenergiebedarfs abdeckt. "An der Braunkohleverstromung festzuhalten, führt energiepolitisch in die Sackgasse. Der schwedische Energieriese Vattenfall muss endlich umdenken und sich auch in Deutschland einer zukunftsfähigen Energieerzeugung zuwenden", so Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Die Braunkohleverstromung bieten auch keine positive Perspektiven für den Arbeitsmarkt. Vattenfall wird von insgesamt 24.000 Stellen nur 14.500 erhalten können, die meisten Arbeitsplätze gehen an den ostdeutschen Standorten verloren. Die erneuerbaren Energien haben sich dagegen zum Jobmotor entwickelt: 120.000 Menschen sind dort mittlerweile beschäftigt - Es sei Zeit zum Umdenken auch in Brandenburg.

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