"Zugvogelschutzcamp" ab 1. Mai

Tausende Zugvögel illegal auf Malta geschossen

Trotz Verbots durch die EU ist in Malta die traditionelle Frühlingsjagd auf geschützte Zugvögel offenbar wieder gestartet. Nach Angaben des Bonner Komitees gegen den Vogelmord und seiner maltesischen Partnerorganisation International Animal Rescue haben maltesische Jäger seit Eröffnung der Jagdsaison am 25. März bereits Tausende geschützte Singvögel, Reiher und Greifvögel abgeschossen, um sie anschließend ausstopfen zu lassen.

"Hundert Schüsse in fünf Minuten sind völlig normal, insbesondere wenn Schwärme durchziehen", berichtet Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Allein in der letzten Woche seien sowohl in Malta als auch auf Gozo von Mitarbeitern der beiden Organisationen zahlreiche verletzte oder tote Tiere entdeckt worden, darunter akut gefährdete Arten wie Wiesenweihen, Baumfalken und Bienenfresser.

"Die Jäger pfeifen auf EU-Recht", beschwert sich Hirschfeld. "Da wird geschossen, was vorbeifliegt". Zwar leiste die in Malta zuständige Polizeieinheit im Kampf gegen die Wilderer "erstklassige Arbeit" , müsse aber angesichts ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit - auf einen Beamten kämen mehr als 800 registrierte Jäger - massiv verstärkt werden, forderte das Komitee.

Um die Behörden bei ihrer Arbeit zu unterstützen, wollen deutsche, französische und italienische Mitarbeiter des Komitees ab dem 1. Mai auf Malta ein "Zugvogelschutzcamp" durchführen, bei dem Wilderer überführt und illegale Fallen eingesammelt werden sollen. Mit der Aktion wollen Vogelschützer auch den Druck auf die maltesische Regierung erhöhen, die in Brüssel versprochene Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie effektiver zu überwachen.

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