"Lärmst du noch oder lebst du schon"
BUND und VCD fordern Maßnahmen gegen Lärm
"Die derzeitigen Gesetze und Grenzwerte gewährleisten nicht einmal das vom Grundgesetz geforderte Recht auf körperliche Unversehrtheit", kritisierte Thorben Prenzel, Leiter des Anti-Lärm-Projektes des BUND. Hier müsse das Parlament endlich handeln und ein neues Lärmschutz-Gesetzbuch verabschieden. Die enormen negativen Auswirkungen des Verkehrslärms auf die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden, auf das Lernvermögen von Kindern sowie auf die gesamte Volkswirtschaft würden von der Politik weitgehend ignoriert, ergänzte Helmar Pless, Verkehrslärm-Experte des VCD.
Lärm ist nicht nur subjektiv störend - er hat auch gesundheitsgefährdende Auswirkungen. So kann Lärm zu Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Langfristig sogar zu einem Herzinfarkt führen. 1.270 Kilometer bebaute Straße, 70 Prozent des Hauptverkehrsnetzes in Berlin, sind über Gebühr belastet. Etwa 24.500 Anwohner von Hauptverkehrsstraßen müssen sogar nachts Pegel über 65 db(A) erleiden.
Neben dem Verkehr auf den Straßen ist auch der Luftverkehr ein großer Lärmverursacher. "Das Bundesverkehrsministerium darf die Novelle des Fluglärmgesetzes nicht wie schon vor drei Jahren durch übertriebene Zugeständnisse an die Flugverkehrslobby zum Scheitern bringen", warnte Helmar Pless vom VCD. Das Gesetz müsse am Gesundheitsschutz orientierte Grenzwerte für alle Flugplätze enthalten. Für den Aus- und Neubau von Flughäfen müssten zudem deutlich strengere Grenzwerte als für die bestehenden Airports gelten.
Ein weiteres wichtiges Gesetzvorhaben ist die Umsetzung der EU-Umgebungslärm-Richtlinie in nationales Recht bis zum 18. Juli. Der BUND fordert von der neuen Gesetzgebung klar definierte und weitreichende Strategien zur Lärmminderung und zum Schutz der Ruhe.
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Am 27. Apr. 2004 unter:
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