EU prüft Antrag auf Gen-Import
Umweltverbände protestieren auf Bayer-Hauptversammlung gegen Gentechnik
Bayer hat als erstes Unternehmen eine Importgenehmigung für genmanipulierten Reis in die EU beantragt. Kritiker werfen Bayer vor, dadurch die Gesundheit europäischer Verbraucher in unverantwortlicher Weise zu gefährden. Zudem würden bei einer Genehmigung umweltfeindliche Anbaumethoden in Entwicklungsländern eingeführt - was unabsehbare Folgen für die weltweite Ernährungssicherheit hätte. Der Antrag wird - nachdem 9 von 15 europäischen Regierungen Bedenken angemeldet haben - gegenwärtig von der EU geprüft.
Marieke Kodweiß von der BUNDjugend ruft Verbraucher auf, sich gegen "diese unheimliche Allianz aus Konzernen, Politikern und WTO" zu wehren. "Große Konzerne wollen Gentechnik weltweit durchsetzen.", so Kodweiß. Die US-Regierung würde außerdem bei der Welthandelsorganisation (WTO) klagen, um EU-Regelungen zur Gentechnik auszuhebeln.
Laut Geert Ritsema, vom Dachverband Friends of the Earth Europe, zu dem auch der BUND gehört, würden drei Viertel der Verbraucher Gentechnik in der Nahrung ablehnen. Grund hierfür sei, dass gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ein unabsehbares Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen.
Philipp Mimkes von der Coordination gegen Bayer-Gefahren ergänzt: "Genfood wird allein aus Profitinteresse in den Markt gedrückt. Die Ankündigungen der Agro-Konzerne, mittels Gentechnik das Welthunger-Problem zu lösen oder den Verbrauch von Pestiziden zu verringern, haben sich als bloße Propaganda erwiesen." Mimkes fordert, dass Bayer sofort aus der Produktion von gentechnisch veränderten Pflanzen aussteigen müsse. Trotz intensivem Lobbying hätte Bayer in Europa bislang für keine einzige transgene Pflanze eine Zulassung erhalten. Vor wenigen Wochen soll der Konzern in England wegen zu hoher Umweltauflagen auf den Anbau von Gen-Mais verzichtet haben. Im Januar wiesen die belgischen Behörden einen Antrag von Bayer für Gen-Raps zurück - wegen "Risiken für die Artenvielfalt".
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