16. Mai 2004
Tag zum Schutz des Ostsee-Schweinswals
Schadstoffe, Unterwasserlärm und vor allem die Fischerei machen den Meeressäugern das Überleben schwer. Zu viele sterben in nicht für sie ausgebrachten Fischernetzen, im "Beifang". Sie können die modernen Netze aus Kunststoffgarn weder sehen noch mit ihrem Echolot erfassen. Sie verheddern sich und ersticken elendig.
Um den kleinen Walen aus großer Not zu helfen, wurde unter dem "Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee" (ASCOBANS) ein Rettungsplan entwickelt. Er rät zur Umrüstung auf weniger gefährliche Fischfangtechniken: Von Treibnetzen auf Langleinen und von Stellnetzen auf Fischreusen. Der Plan rät auch zu Öffentlichkeitsarbeit.
Die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) bittet Seefahrer um Mithilfe: Melden Sie der GSM Schweinswalsichtungen, möglichst mit ausführlichen Angaben wie GPS-Daten. Jedes Lebenszeichen hilft. Denn manche Politiker und Fischer würden nur zu gern ein Scheitern des Rettungsplans sehen. Ihr Motto: Wo keine Schweinswale sind, sind Aktivitäten zur Rettung überflüssig. Dabei haben auch die Fischbestände Schutzmaßnahmen bitter nötig. Die Sichtungsdaten können helfen, Schutzgebiete auszuweisen. Die EU-Länder sind verpflichtet, Schutzgebiete einzurichten. Die Daten können weiterhin ausschlaggebend dafür sein, wo Windparks umweltverträglich errichtet werden dürfen.
Wie historische Dokumente belegen, lebten Schweinswale einst überall in der Ostsee. Sie wurden auch als "Meerschwein" gegessen. Heute kommen sie fast nur noch im südwestlichen Teil, vor den Küsten Dänemarks, Deutschlands und teilweise vor Schweden, Finnland und Polen vor. Eine etwaige Grenze liegt in Höhe der dänischen Insel Bornholm, wie auch Untersuchungen vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) bestätigen. Ein Rettungsplan kann natürlich nur funktionieren, wenn dem Ostsee-Wal keine tödlichen Fallen mehr gestellt werden und er eine Chance bekommt, seine angestammte Heimat wieder zu erobern: die ganze Ostsee.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
- Arbeitsrecht: EuGH Urteil enttäuscht
- Finca Mallorca und andere Schnäppchen
- Windenergie wieder auf gutem Weg
