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Passives Rauchen schädlicher als angenommen

Raucher gefährden andere

Das passive Rauchen ist nach Ansicht von Experten gefährlicher als bislang angenommen. Nichtraucher, die ständig Tabakrauch einatmen müssen, erlitten ein Drittel bis zur Hälfte der Schäden von Rauchern, sagte der Vorsitzende der deutschen Gesellschaft für Nikotinforschung und Leiter des entsprechenden Institutes in Erfurt, Knut-Olaf Haustein. Passivraucher litten vor allem unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenerkrankungen. Während pro Jahr 27 000 Raucher neu an Lungenkrebs erkrankten, seien es bei den Passivrauchern rund 600.

Eine Zigarette belaste die Luft in Wohnräumen über mehrere Stunden mit schädlichem Kohlenmonoxid und Rauchpartikeln, sagte Haustein. Bei polnischen Zigaretten käme noch eine überdurchschnittliche radioaktive Belastung hinzu, die vier bis fünf Röntgenaufnahmen pro Jahr entsprächen.

An den Folgen des Rauchens sterben nach Angaben des Experten pro Jahr 140 000 Menschen in Deutschland. Das seien 383 Tote pro Tag. Durch das Rauchen werde das Leben um durchschnittlich knapp sechs Jahre verkürzt. Geschädigt werde vor allem das Herz-Kreislauf-System durch eine beschleunigte Arterienverkalkung. Viereinhalb Millionen Deutsche litten an arteriellen Verschlusskrankheiten, den so genannten Raucherbeinen. Die Behandlungskosten von raucherbedingten Krankheiten belaufen sich laut Haustein auf bis zu 18 Milliarden Euro pro Jahr. Der volkswirtschaftliche Schaden liege bei 40 bis 45 Milliarden Euro.

20 bis 22 Millionen Deutschen sind den Angaben zufolge Raucher. Ein Drittel davon sei abhängig. Bei den 14- bis 18-Jährigen liege der Anteil bei bis zu 60 Prozent. Einer repräsentativen Studie des Institutes zufolge, die 2003 bis 2004 an Erfurter und Jenaer Schulen durchgeführt wurde, probieren zwei Drittel der Schüler ihre erste Zigarette zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr. Zwischen fünf bis acht Prozent der Schüler zwischen 14 und 18 Jahren seien abhängig. Bei der Studie wurden 1800 Schüler befragt.

Haustein forderte ein Gesetz, das unter 18-Jährigen das Rauchen strikt verbietet. Außerdem verlangt er ein Werbeverbot für Zigaretten und den Abbau der 820 000 deutschen Zigarettenautomaten. Die Hälfte aller Zigarettenautomaten der EU ständen in Deutschland, sagte Haustein.

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