Der Deutsche Ärztetag

Das "Parlament" der Ärzte

Morgen beginnt in der Hansestadt der 107. Deutsche Ärztetag, der auch als "Parlament der Ärzte" bezeichnet wird. Genau genommen handelt es sich um die Hauptversammlung der Bundesärztekammer (BÄK). Schon seit 1873 kommt der Ärztetag in der Regel jährlich zusammen; in diesem Jahr zum 107. Mal. Die 17 Ärztekammern in Deutschland entsenden insgesamt 250 Delegierte. Zur Eröffnung werden Bundespräsident Rau, Gesundheitsministerin Schmidt und der Bremer Bürgermeister Scherf sprechen. Zu seinen Aufgaben gehört es, länderübergreifende Regelungen zum ärztlichen Berufsrecht zu erarbeiten sowie die Positionen der Ärzteschaft zu gesundheits- und sozialpolitischen Themen zu formulieren.

Darüber hinaus fanden bisher vier außerordentliche Ärztetage statt, einer davon im Jahr 2002 aus Protest gegen die rot-grünen Reformvorstellungen. Die letzte reguläre Zusammenkunft war vor einem Jahr in Köln. Der 108. Ärztetag soll 2005 in Berlin stattfinden.

Der Ärztetag versteht sich als parlamentarische Versammlung der knapp 390 000 Mediziner in Deutschland. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 250 begrenzt. Jede Landesärztekammer stellt zwei Delegierte, die restlichen 216 Plätze werden unter den Kammern nach der Zahl ihrer Mitglieder verteilt.

Präsident des Ärztetages und damit Sitzungsleiter ist seit 1999 Jörg-Dietrich Hoppe, der zugleich Präsident der Bundesärztekammer ist. Vergangenes Jahr war Hoppe von der Ärzteschaft für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt worden.

In seiner Anfangszeit trat der Ärztetag zunächst als Veranstaltung des "Deutschen Ärztevereinsbundes" zusammen. Im Jahr 1874 umfasste er 111 Vereine. 1890 gehörten dem Bund aber bereits 225 Vereine mit rund 11 000 Mitgliedern an. Zwangspausen legte der Ärztetag während der beiden Weltkriege sowie in der Nazi-Zeit ein.

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