Genfood
Spitzenköche lassen Gentechnik weg
"Entscheidend für die Qualität unseres Essens sind hochwertige Zutaten", sagt Gentechnik-Expertin Ulrike Brendel von Greenpeace. "Zusammen mit Spitzenköchen fordert Greenpeace von Müller, keine Gen-Milch zu verwenden. Das Unternehmen muss dafür sorgen, dass kein Gen-Futter im Trog der Milchkühe landet. Solange dies nicht garantiert wird, sollte jeder seinen Milchreis besser selber kochen."
Zwar behauptet die Unternehmensgruppe Theo Müller alles getan zu haben, um Gen-Pflanzen im Tierfutter der Milchkühe auszuschließen, doch Greenpeace-Recherchen ergeben ein anderes Bild. Danach gibt es zur Zeit keine Kontrollen der eingesetzten Futtermittel durch Müller und keine entsprechenden Verträge zur gentechnikfreien Fütterung. Zudem fand Greenpeace auf vier Müllermilch-Höfen in Futtermittel-Stichproben einen erheblichen Anteil genmanipulierter Soja.
Ernst-Ulrich Schassberger, Präsident von Eurotoques Deutschland, sagt: "Die seit April europaweit geltende neue Kennzeichnungsverordnung für Gen-Food hat eine schwer wiegende Lücke. Tierische Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch, die von Tieren stammen, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, müssen nicht gekennzeichnet werden. Die Verbraucher - aber auch wir Köche - können nicht klar erkennen, in welchen Produkten Gentechnik steckt. Lebensmittelhersteller sollen daher bei tierischen Produkten den Einsatz von Gen-Futter konsequent unterbinden."
Dass sich Lebensmittel auch bei tierischen Produkten ohne Gentechnik herstellen lassen, zeigen andere Firmen. So garantieren zum Beispiel Ritter Sport, DuDarfst/Unilever oder Wiesenhof, keine Gen-Pflanzen einzusetzen. Auch die Handelsunternehmen tegut und Edeka (Nord) vermeiden bereits Gen-Futter in der Tiermast. Milch ohne Gentechnik gibt es zudem von zahlreichen Öko-Molkereien und regionalen Marken wie "Unser Land" in Bayern.
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