Gentechnik
Vertraulicher Bericht der französischen Gentechnik-Kommission veröffentlicht
Dem Zeitungsbericht zufolge kam die CGB bereits am 28. Oktober 2003 zu dem Schluss, dass die Untersuchungsergebnisse es der Kommission "nicht erlauben, für den Mais MON 863 ein Risiko für die tierische Gesundheit auszuschließen". Ein bereits zugelassener Genmais hat der Expertise zufolge bei Ratten deutliche Veränderungen der Blutwerte sowie eine Vielzahl von Anomalien ausgelöst. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte die EU-Agrarminister auf, die von der Brüsseler Kommission vorgeschlagene Vermarktung einer anderen genmanipulierten Maissorte bei ihrem Treffen am Montag abzulehnen.
Nach Angaben von CBG habe Monsanto im August 2003 zunächst in Deutschland um die Zulassung von MON 863 nachgesucht. Dies sei ein übliches Verfahren, einen Antrag in einem EU-Mitgliedsland zu stellen, das eine erste Empfehlung abgebe. Die deutschen Experten hätten sofort Vorbehalte gegen den Mais entwickelt, da er ein Gen enthalte, das eine Antibiotika-Immunität einschließt. Mit weiteren Erläuterungen der Herstellerfirma sei anschließend der Mais an alle Mitgliedsstaaten gegangen.
In Frankreich habe jedoch nicht die Antibiotika-Resistenz das Problem dargestellt. Kritisch seien vielmehr die Ergebnisse der Rattenexperimente gewesen, bei denen eine Versuchsgruppe 90 Tage lang mit genmanipuliertem Mais und eine Kontrollgruppe mit dem gleichen, aber nicht manipulierten Mais gefüttert wurde. Dabei habe sich bei den Männchen eine deutlich erhöhte Zahl "weißer Blutkörperchen und Lymphozyten" gezeigt. Außerdem sei die Bildung der roten Blutkörperchen bei den Rattenweibchen abgesackt und es habe einen merklichen Anstieg der Nierenerkrankungen bei den Männchen gegeben.
Nach langen internen Diskussionen habe die CGB, so Le Monde, "in Ermangelung einer befriedigenden Erklärung" für die beobachteten Veränderungen ein negatives Votum über MON 863 abgegeben. Dies ist seit der Gründung der Kommission im Jahr 1986 ein seltenes Urteil, da das Gremium der Genmanipulation eher aufgeschlossen gegenüber steht. Von der Zeitung befragte Experten räumen ein, dass die Bewertung der statistischen Ergebnisse einer solchen Untersuchung immer eine "subjektive" Seite enthalte. Auch bei vier anderen 2003 zugelassenen Maissorten habe es Anomalien gegeben, die aber erklärbar gewesen seien.
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Am 03. Mai. 2004 unter:
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